Morpheus angeblich unsicher

Ein BBC-Online-Bericht zu einer angeblichen Sicherheitslücke der beliebten Filesharing-Software Morpheus hat am Wochenende viele Tausch-Freunde beunruhigt. Doch Filesharing-Experten glauben, dass es sich dabei möglicherweise nur um einen altbekannten und harmlosen Nebeneffekt der Software handelt.

Der am Samstag von BBC Online veröffentlichte Artikel klang ebenso beunruhigend wie nebulös: Sicherheitsexperten hätten einen Weg gefunden, auf private Informationen der Morpheus-Nutzer zuzugreifen. Die von der BBC bemühten Sicherheitsexperten seien angeblich vor einer Woche auf den Fehler aufmerksam geworden. Diese ermögliche es, sich eine Liste von Nutzern der Software zu besorgen und von diesen dann beliebige Dateien herunterzuladen. "Wir wissen nicht genau, was Morpheus-Nutzer so verletzbar macht", wird einer der Experten von der BBC zitiert. Allerdings ohne Namen, denn der Experte wollte angeblich anonym bleiben.

Spätestens an diesem Punkt mag die Story dem ein oder anderen Leser dann doch ein bisschen zu obskur vorgekommen sein. Experten, die nicht genannt werden wollen und außerdem nicht wissen, was sie da eigentlich entdeckt haben? Wir wollten es genauer wissen und fragten ein paar wirkliche Experten. Die wussten zwar auch nicht, was die BBC-Experten da Nebulöses entdeckt haben, tippen aber auf eine altbekannte Macke der Filesharing-Programme Morpheus, Kazaa und Grokster.

Da sie alle das http-Protokoll zum Austausch der Daten benutzen, lassen sich die Programme relativ einfach auch über Web-Browser abfragen. Das sieht dann erst einmal sehr imposant aus - im eigenen Internet Explorer öffnet sich scheinbar die gesamte Festplatte eines Morpheus-Nutzers. Tatsächlich stehen aber auch dabei nur Dateien zum Download zur Verfügung, die dafür explizit freigegeben wurden.

Was nicht heißt, dass sich nicht auch so private Informationen entdecken ließen. So manch ein Tauschbörsen-Benutzer erlaubt großzügig und unbewusst den Zugriff auf seine gesamte Festplatte, weil er die zum Tausch freigegebenen Verzeichnisse nicht sorgsam genug ausgewählt hat. Wer sich allerdings auf das Abenteuer Filesharing einlässt, sollte gerade auf diesen Aspekt immer ein paar Minuten verschwenden - sonst lädt vielleicht demnächst ein BBC-Reporter private E-Mails von der eigenen Festplatte. (jr)

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