MP.com Gründer mit neuem MP3 Archiv im Netz

Michael Robertson kehrt zurück mit MP3Tunes.com

Ende der 90er legte sich Michael Robertson mit seinem Angebot MP3.com mit der Musikindustrie an - und verlor. Nun hat er ein neues Angebot unter dem Namen MP3Tunes.com ins Leben gerufen. Vieles klingt wie damals. Und doch ist alles anders.

Lange Zeit hatte Michael Robertson gegen die Unfähigkeit der Musikbranche gestichtelt und sich selbst zu deren Lieblingsfeind aufgebaut. Die hatte sich im Umgang mit dem Internet und den neuen Möglichkeiten durch MP3 Ende der Neunziger Jahre wahrlich nicht gerade als weitsichtig und kreativ erwiesen. Mit seinem Angebot MP3.com wollte er in die Bresche springen und den Musikhörern einen neuen Service anbieten, der Musiksammlungen mobil machen sollte. So stellte sein Unternehmen rund 80 000 CDs zur Verfügung, die man per Stream abrufen konnte, sofern man im Besitz der Original-CD war.

Doch Musikanwälte sind nicht gerade für ihre Toleranz bekannt, wenn es um Lizenzierungsfragen geht. Und so verklagte man Robertsons Unternehmen und warf ihm vor, die Songs nicht ordentlich lizenziert zu haben. Und bekam Recht. Robertson war gezwungen MP3.com an den Konzern Vivendi zu verkaufen und zog sich aus dem Geschäft mit der Musik vollkommen zurück.

Jetzt kehrt er zurück mit MP3Tunes und bietet einen ganz ähnlichen Service. Nur mit dem Unterschied, dass man keine CDs mehr selbst bereitstellt, sondern die Nutzer ihre CDs selbst hochladen müssen, um sie dann ortsunabhängig überall anhören zu können. Dazu gibt es ein iTunes-Plugin mit dem man die Titel auf Festplatte und Server jeweils synchronisieren kann. Die Audiodateien können in allen möglichen Formaten mit Hilfe eines Firefox-Plugins hochgeladen werden. Abgespielt werden aber lediglich Titel, die nicht durch Digital-Rights-Management-Technologie kopiergeschützt sind. Damit fallen also alle Songs, die bei den großen Downloadshops gekauft wurden weg.
MP3Tunes ist in der Basisversion kostenlos, ermöglicht aber lediglich Streams in einer lausigen Qualität von 56 kbps. Backup-Archive und Synchronisierung sind damit aber nicht möglich. Das Paket mit unbegrenztem Speicherplatz kostet 40 Dollar pro Jahr. (ur)

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