Musikmanager fordert Musik-Flatrate für 12,90 Euro

"Kein Gespenst bekämpfen, sondern ein Geschäft starten"

Der Musikmanager Tim Renner, früherer Chef von Universal Records und heute Betreiber von Motor Music, fordert im Rolling Stone den Verband der Musikindustrie auf, selbst eine Musikflatrate anzubieten. Der Verband bekämpft bisher alle Rufe nach einer Musikpauschale vehement.

Die Debatte ist schon alt, die Situation zerfahren. Erst kürzlich hatte der Geschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Musikindustrie in einer Podiumsdiskussion einer Kulturflatrate eine generelle Absage erteilt. Es bräuchte einen riesigen Verwaltungsapparat, um die Einnahmen gerecht zu verteilen, außerdem stieße eine generelle Freigabe von Musik gegen eine Gebühr an die Grenzen des Urheberrechts. Jedem Urheber steht es frei zu entscheiden, wann wo und wie sein Werk veröffentlicht wird.

Etwas gemäßigter sieht es Tim Renner, der einerseits auf langjährige Erfahrungen in der Musikindustrie zurück blicken kann und heute Bands wie Polarkreis 18 managt und ein Indielabel betreibt. Auch er hält nichts von einer staatlich verordneten Flatrate, durch die Tauschbörsen quasi legalisiert werden sollen. Aber er hält eine Musikflatrate für die einzige reelle Chance, dem Business zu neuen Einnahmequellen zu verhelfen. Dabei brauche man nicht auf eine gesetzliche Regelung warten, sondern könne branchenintern ein entsprechendes Angebot aufsetzen. Für 12,90, also für den "gefühlten" Preis einer CD, solle man sich monatlich runterladen können, was man wolle. Legal und im MP3-Format ohne Kopierschutz.

"Statt ein Gespenst zu bekämpfen, geht es also eigentlich darum, ein Geschäft zu beginnen", so Renner zu seinem Vorschlag. Gefordert ist heute ein Geschäftsmodell, dass die Musikhörer einerseits überzeugt und andererseits der wirtschaftlich schwer angeschlagenen Musikbranche das Überleben sichert. Nie wurde mehr Musik konsumiert als heute und nie wurde weniger dafür bezahlt.

 

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