Musikvideo-Portal Vevo gestartet

Neuer "Weltmarktführer" startet unter Ausschluss der europäischen Öffentlichkeit

Die beiden Musikkonzerne Sony und Universal haben gestern ein gemeinsames Video-Portal unter dem Namen Vevo gestartet. Mit dem Kooperationspartner YouTube will man nun das Geschäft mit Musikvideos selbst machen und nicht länger anderen überlassen. Bisher ist der neue Service nordamerikanischen Nutzern vorbehalten.

Die Pressemeldung liest sich recht selbstbewusst: vom neuen "Weltmarktführer" ist da die Rede, vom "größten Online-Dienst weltweit für Musikvideos und Entertainment-Inhalte". Kunststück, wenn man sich den bisherigen Marktführer YouTube als Kooperationspartner angelt, der vermutlich nicht ganz freiwillig in diese Partnerschaft eingetreten ist. Die beiden Major-Plattenfirmen hatten noch dieses Jahr ihre Musikvideos auf YouTube flächendeckend sperren lassen, vermutlich um Druck auf die Google-Tochter YouTube auszuüben.

Nun ist Vevo online, Nutzer berichten von Serverausfällen aufgrund des großen Ansturms auf die Seite. Der kommt nicht ungefähr, hat man doch einige Superstars dazu verpflichten können, die Werbetrommel zu rühren. So sprach Bono anlässlich der Eröffnung der Plattform von einer "Neugeburt der Musikindustrie". Mit Ausnahme von Warner haben alle großen Plattenfirmen ihre Videos für Vevo freigegeben.

Für Musikfans könnte die Plattform interessant werden. Die Eigentümer besitzen die Rechte an rund 80% der weltweit gedrehten Musikclips. Auf Vevo soll im Unterschied zu YouTube mehr Wert auf Qualität gelegt werden, so werden Nutzer immer auf das hochwertigste verfügbare Video weitergeleitet (was im Zweifelsfall das der entsprechenden Musikfirma sein dürfte). Der Zugang zu den Videos soll aber weiterhin kostenlos bleiben. Die Player können ebenso wie bei YouTube in andere Seiten und Blogs eingebunden werden.

Auch Nutzer können auf Vevo ihre Videos hochladen, allerdings dürfte das nicht mehr so sehr im Vordergrund stehen, wie bei YouTube, die damit in zahlreiche urheberrechtliche Konflikte geraten waren und nun zu Partnerschaften mit den großen Unterhaltungskonzernen mehr oder weniger gezwungen sind. Vevo wird hier also deutlich mehr Einschränkungen machen müssen, um nicht selbst in rechtliche Konflikte mit anderen Medienkonzernen zu geraten.

Wie Vevo tatsächlich aussieht und was der neue "Weltmarktführer" zu bieten hat, können wir in der europäischen Provinz leider noch nicht sehen. Hier wird der Anbieter erst im kommenden Jahr starten.

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