Napster startet Beta Test

Rund 20 000 Internetnutzer testen seit heute das neue Napster. Zwar ist das Angebot vorläufig auf 110 000 Songs von Independent Labels beschränkt, aber das soll sich schon bald ändern.

Ob die Begeisterung bei den Testern angesichts des eingeschränkten Angebots im Vergleich zum früheren Napster groß sein wird, dürfte bezweifelt werden. Ähnliche neue Angebote wie die von Pressplay oder Musicnet werden bislang nicht gerade von Lob überhäuft. Zuwenig verfügbare Titel nur weniger Majorlabels und kopiergeschützte Formate, die sich nicht auf CD brennen lassen, das sorgt für Frust unter den Nutzern.

Überhaupt macht für den normalsterblichen Internet-Nutzer ein Wechsel von den zahlreichen kostenlosen Tauschbörsen im Netz, zu kostenpflichtigen und zudem massiv eingeschränkten Angeboten der Industrie derzeit eigentlich keinen Sinn. Die haben das auch gar nicht vor, wie man in unzähligen Foren zum Thema lesen kann, denn ein Unrechtbewusstsein kennt der Nutzer im Allgemeinen nicht. Geladen wird, was einem über den Bildschirm läuft. Schließlich fühlt sich der Surfer an seinem heimischen Rechner anonym und unbeobachtet und hat auch sicher nicht den Eindruck ein Verbrechen zu begehen, wenn er sich Musik herunterlädt.

Anders sieht das freilich Napster Chef Konrad Hilbers: "Wir glauben, dass sich nur diejenigen Tauschbörsen durchsetzen werden, die die Rechteinhaber entschädigen."
Wie er auf diese Idee kommt, bleibt schleierhaft.
Schließlich konnte sich Napster nur dadurch einen Namen machen, dass man durch zahlreiche Klagen von Seiten der Musikindustrie und vereinzelten Musikern eine zeitlang in jeder Nachrichtensendung Präsenz erlangte. Davon zehrt auch noch der heutige Napster Eigentümer Bertelsmann. Wie lange noch, wird sich schon bald erweisen. Denn Napster soll noch im ersten Quartal 2002 offiziell mit seinem neuen, rechtlich sauberen Angebot starten. (ur)

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