Netflix Tipp: Pose - Die emotionale Geschichte der New Yorker Ballroom-Szene

Die Ursuppe der Drag-Szene als sehenswerte Serie

Eine Serie, die trotz einer Golden Globe Nominierung leider noch nicht viele Netflix-Junkies in Deutschland auf dem Schirm haben: Pose zeigt die Geschichte der Ballrooms in New York Mitte der 80er Jahre. 

Diese Serie sollte man nicht nur gesehen haben, wenn man sich für Ru Pauls Drag Race interessiert. Pose zeigt die teils dramatischen Hintergründe einer schillernden Subkultur, der Madonna mit ihrem Hit "Vogue" ein Denkmal setzte.

Darum geht's

Im Jahr 1987 treffen sich Dragqueens, Transsexuelle, Schwule, Lesben und sonstige Queers in einem Ballroom in Harlem und verwandeln sich in bunte Gestalten, die das Nachtleben aufmischen. Die meisten von ihnen wurden von ihren Eltern verstoßen und landeten anschließend auf der Straße. Als Stricher, Prostituierte oder Drogenabhängige. Die Ballrooms bieten diesen Außenseitern die Möglichkeit, eine neue Familie und neues Selbstbewusstsein zu finden. Organisiert in Häusern, kämpfen die verschiedenen Familien anschließend im Ballroom um Ruhm und Ehre bei Contests mit unterschiedlichem Motto. 

Dabei kommen tief berührende Geschichten zum Vorschein, die zeigen, wie wichtig der Kampf um Gleichbereichtigung und Akzeptanz von Minderheiten bis heute ist. Doch nicht nur gesellschaftlich, auch gesundheitlich stehen viele der Protagonisten am Abgrund: Das Sterben an AIDS hat 1987 seinen Höhepunkt erreicht. Es gibt keinen Schwulen, der nicht in seinem nächsten Umfeld Menschen verloren hat. Auch davon erzählt die Serie und ist damit eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen quietschbuntem Showspektakel und tieftraurigen Momenten. Taschentücher bereit halten!

Persons of Interest

Besonders Billy Porter als wortgewaltiger und strenger Conferencier hält die Serie zusammen und erweist sich als Seele des Ballrooms. Sämtliche Darsteller stammen direkt aus der Szene und spielen sich letztlich selbst. Und das merkt man in jedem Moment dieser Verbeugung vor diesen Heldinnen des Ballrooms. Staffel 2 ist bereits abgedreht und spielt drei Jahre später im Jahr 1990.

Fun Fact

Ryan Murphy, der Macher der Serie, gab bereits vor Serienstart bekannt, dass er sämtliche Einnahmen an LGBT-Organisationen spenden wird. Hier meint es jemand ernst mit seinem Anliegen und das merkt man der liebevollen Darstellung der Szene und ihrer Protagonisten an.

Hard Facts

1 Staffel, 8 Folgen
2018
Suchtfaktor: 10

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