Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit den Beastie Boys, DJ Hell und Blixa Bargeld

„Popschau“ - das ist unser wöchentlicher Blick ins Pop-Feuilleton. Welche Platten haben in der letzten Woche die Schreiber in den großen Redaktionen zu Lobeshymnen oder Schmähkritiken hingerissen? Was ist sonst noch passiert, und was macht eigentlich Blixa Bargeld?

„Hot Sauce Committee, Part Two“, das neue Album der Beastie Boys ist das Thema der letzten Woche gewesen. Egal ob Zeit, FAZ, Süddeutsche oder Tagesspiegel, alle machen Sie ihre Artikel mit dem Fortsetzungsvideo zu „Fight For Your Right To Party“ auf, in dem halb Hollywood die Beastie Boys unterstützt hat (siehe unten). Während sich FAZ und Tagesspiegel einig darüber sind, dass das dazugehörige Album großartig ist, mag sich Spex-Chefredakteur Jan Kedves dem in der Süddeutschen nicht anschließen: „Anstatt ihren Mythos durch neue musikalische Ambition in Gefahr zu bringen, verlegen sich die Beastie Boys darauf, ihren eigenen Mythos vom Regiesessel aus zu dirigieren und mit ihrem Status als Ikonen der Achtziger in Hollywood zu wuchern. Den diebischen Spaß, den sie selbst an "Hot Sauce Committee Part Two" offenbar nicht hatten, gönnen sie im Film jenen Stars, von denen sie sich darstellen lassen.“

Ein neues Album hat auch DJ Hell veröffentlicht und in der Berliner „Bar Tausend“ vorgestellt, einem Ort an dessen Tresen „Sakko-Typen stehen, an ihren Zigarren saugen und mit dem freien Arm im Takt der Musik Pumpbewegungen vollführen“. Die Compilation mit dem Titel „Coming Home“ versammelt für Hell wichtige deutsche Beiträge zur Popmusik von Kraftwerk bis Reinhard Mey: „Deutsche Texte, Chansons und Liedermacher – das ist erstaunlich viel neue Nicht-Coolness im Werk von DJ Hell“, so Anne Waak in der FASZ.

Während Christian Werthschulte in der TAZ das neue Album von Kode 9 und Spaceape als Musik „Nach dem nuklearen Fallout“ würdigt, hat Arne Storn von der Zeit Blixa Bargeld zum Gespräch über die Einstürzenden Neubauten, ihren Weg Musik im Internet zu veröffentlichen und die Vorzüge des Prenzlauer Berg getroffen: „Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich in meinem Leben so viele Platten aufgenommen habe, dass ich mir solche Sorgen nicht machen muss. Im Übrigen ist mir irgendwann klar geworden: Andere Leute sind reich – ich bin legendär.“

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