Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit Amy Winehouse, Joss Stone, The Smiths als Comic, Björk und Erykah Badu

Die Frauenedition der Popschau – Wohin man diese Woche im Feuilleton blickte, sie gehörte den Popmusikerinnen. Dabei wurde Amy Winehouse gedacht, Erykah Badu in Berlin gesehen, Björks neues App-Album gewürdigt und Joss Stone gehört. Und die wöchentliche Morrissey-News kommt diesmal (fast) ohne den streitbaren Vegetarier aus.

 

Gedenken an Amy

Auf höchst unterschiedliche Weise werden in der Zeit und in der Süddeutschen Amy Winehouse vermisst. Ulrich Rüdenauer hat für die Zeit Joss Stones neues Album gehört und weiß deshalb wieder warum er Amy Winehouse vermisst: Joss Stone „buhlt auf diesem Werk unter größter Gefahr für ihre Stimmbänder um den seit langem vakanten Titel “Rockröhre”. Manchmal hört es sich an, als müsse sie ein Kind gebären, und keinen Song: Sie presst und presst die Töne heraus, damit auch nicht das kleinste Gefühl, das da in ihr schlummert, verborgen bleibt.“

In der Süddeutschen erinnert sich der ehemalige ARD-Korrespondent in London, Björn Staschen, an eine Begegnung mit Amy Winehouse 2007, bei der vor allem die Abwesenheit ihres Managements auffiel. Staschen liefert die Erklärung, wieso Winehouse schon vor vier Jahren alleingelassen wirkte, gleich mit: „Ein Mythos hilft, Platten zu verkaufen. Einfach laufen lassen - auch der Bericht des deutschen Kamerateams war Teil dieser negativen Legendenbildung. Schon früh wurde Amy Winehouse mit Janis Joplin verglichen. Schon früh wurde ihr Drogen- und Alkoholkonsum Teil des Pakets. Schon früh wurde im Boulevard berichtet, dass Winehouse mit dem Tod rechne.“

Geradezu zärtlich liest sich dagegen der Nachruf von Katy Perry-Ehemann und Ex-Junkie Russell Brand im Spiegel vom 1.8.2011. Er hatte Amy Winehouse lange vor ihrem großen Durchbruch kennen- und als "Original" schätzen gelernt, die vom gleichen Schleier der Sucht umgeben war, wie er selbst. So sehr, dass er lange nichts von ihrem genialen Talent ahnte. Brand wurde mit 27 durch die Hilfe eines Freundes in einem Suchtzentrum und durch Selbsthilfegruppen geheilt. Amy Winehouse ist mit 27 gestorben. Brand macht aus seinem Nachruf einen Aufruf, sich mehr um die Säufer und Junkies in seinem persönlichen Umfeld zu kümmern: "Wir müssen darüber nachdenken, welche Hilfe diese Menschen brauchen und wie wir sie wieder in die Gesellschaft eingliedern können, anstatt sie ins Gefängnis zu stecken. Sie alle benötigen diese Hilfe, und diese Hilfe gibt es."

Apps für alle

Björk hat mit "Biophilia" ein neues Album veröffentlicht, das zu jedem neuen Song eine eigene App für das iPad bereithält. Verena Dauerer hat für die Zeit mit Scott Snibbe gesprochen, einem der Entwickler der Apps. Der Computerfachmann feiert darin die Demokratisierung der Produktionsmittel, denn „wir wollen jedem normalen User das Gefühl vermitteln, wie sich das als Künstler anfühlt: etwas zu kreieren, zusammen mit Leuten etwas zu erschaffen, ohne erst jahrelang ein Instrument erlernen zu müssen.“ Hauptsache, wir überweisen unser Geld nach Cupertino...

Ironiefrei

Christian Werthschulte (Taz) hat im Berliner Tempodrome Erykah Badu erlebt. Eine Geschichtstunde in afroamerikanischen Bürgerrechten, die den großen Unterschied zwischen Badu und dem Rest der Hip-Hop-Community offenbarte: „In diesen Momenten wird klar, was sie von der Ironie der jüngeren HipHop-Generation unterscheidet, die sich mit ihrem Publikum darin einig ist, dass am Ende doch nur die Witze zählen. Erykah Badus Community hört auf den Gospel des Empowerment“.

Comic-Mozzer

Und Morrissey? Der hat in jüngster Vergangenheit nicht nur mit unreflektierten Äußerungen zum Attentat in Norwegen auf sich aufmerksam gemacht, er könnte auch bald Held eines The Smiths Comic werden. Comic- und The Smiths-Fan Shawn Demumbrum hat Geld gesammelt, um „aus den Songs, die Sänger Morrissey, Gitarrist Johnny Marr und die anderen Bandmitglieder in den Achtzigern schufen, (...) eine Anthologie mit Comic Strips (zu) machen“ (Spon). Anfang Novermber soll es soweit sein, weitere Infos gibt es auf dem Blog „Unite and Take Over“

 

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Nach der Trennung ihrer Band Sugarcubes veröffentlichte die Isländerin Björk ihr erstes Solo-Album mit dem passenden, aber dennoch falschen Namen, denn ihr Debüt gab dieses musikalische Genie bereits mit zarten elf Jahren im Jahr 1977.