Neues aus dem Pop-Feuilleton

Mit den Red Hot Chili Peppers, Björk, SBTRKT und dem Nachlass des King

Zurück aus dem Urlaub hat sich Tonspion wieder durch die schwurbeligen Sätze der Feuilletonisten gewühlt. Das Ergebnis der Popschau: Die Antwort auf die Frage, wieso die Red Hot Chili Peppers eigentlich Sportler sind, wieso Björk keine gute Geschäftsfrau ist und der King Elvis Presley noch viel weniger, sowie einen bemerkenswerten Artikel über Sbtrkt und Post-Dubstep.

Workout mit Kiedis

'I'm With You' heißt das neue Album der Red Hot Chili Peppers, das sie live in Köln vorgestellt und zeitgleich in etliche Kinos übertragen haben. Eric Pfeil war für die FAZ vor Ort und nimmt RHCP in die Verantwortung für: „jede Menge alberne Tätowierungen, peinliche Barttrachten und die Kultur des Auf- und Abspringens vor und auf Festivalbühnen. Und mindestens viertausenddreihundert Crossover-Bands, von denen etliche noch heute, viele Jahre nach dem Boom, ihr grausiges Handwerk verrichten.“ Pfeil sieht Kiedis, Flea und Smith trotz ihres neuen, vergleichsweise jungen Gitarristen Josh Klinghoffer auf dem gleichen Weg wie die Rolling Stones: „Sie machen das Altern eben nicht zum Thema ihrer Musik, sondern demonstrieren in gekonnten Posen ewige Jugend. Der Körper triumphiert, auch wenn man dafür leben muss wie in einem Prospekt der Vereinigung „Aktiv leben jenseits der 45“. (…) Sportlich imposant, musikalisch oft leider mau.“

Halbe-Halbe

Anfang Oktober erscheint „Biophilia“, das neue Björk Album, begleitet von einem Multimedia-Gesamtkunstwerk aus Apps, Performances, Vorträgen und Seminaren. Robert Rotifer von der Berliner Zeitung hat Björk im Rahmen ihres Auftritts beim Manchester Festival getroffen und mit ihr über Touchpads, musikalische Früherziehung und den finanziellen Aspekt der aufwändigen Produktion gesprochen: „Uns ist schon vor zwei Jahren das Budget ausgegangen. Die Leute, die die Apps konstruiert haben, haben umsonst gearbeitet, und wir teilen uns die Kosten und die Einnahmen halbe-halbe. So nah wie bei diesem Projekt bin ich noch nie an meine alten Punk-Zeiten herangekommen.“

König der Bestseller

In München wird derzeit über den Nachlass von Elvis Presley prozessiert. Wie immer geht es dabei ums liebe Geld, ermöglicht hat den Prozess allerdings erst das deutsche Urheberrechtsgesetz und der sogenannte Bestsellerparagraf. „Verkürzt gesagt, ermöglicht der Gesetzesabschnitt einem Künstler, auch dann noch an seinem Werk zu verdienen, wenn er die Rechte daran längst abgetreten hat. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Rechteinhaber nach der Rechteübertragung unverhältnismäßig viel daran verdient.“ erläutert SPON den Paragrafen. Als Streitwert bleiben knapp 130 Millionen und die Erkenntnis, dass erst nach dem Tod eines Stars richtig verdient wird. Im Fall Michael Jackson werden die Gerichte auch noch nicht das letzte Wort gesprochen haben...

Vrtrckt

Im Juni haben wir das großartige Album von Sbtrkt vorgestellt, acht Wochen später nutzt Taz-Autorin Nadja Geer das Album dazu, ihren Master in Kulturwissenschaften zu machen. Den Eindruck vermitteln einem zumindest Absätze wie: „SBTRKT macht Breitwandpop. Ein Backlash im Kontext eines experimentellen Undergroundsounds, der, wie das so oft mit verfeinerten Spezialgenres der Fall ist, nur von einem kleinen Kreis verstanden und goutiert werden kann. Musikalisches Distinktionsgehabe innerhalb eines autopoetischen Systems interessiert Jermone nicht die Bohne. Obgleich man auf seinem Album Referenzen an die sehr britische Form von Broken Beats zu finden sind plus Verneigungen vor den Londoner Clubsounds, ist SBTRKT nicht so hyperbritisch, wie die anderen Acts es sind, die man dem Genre Postdubstep zuspricht.“ Wie sich das anhört? Hier entlang!

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