Newcomerin Mallrat über ihre "In The Sky"-EP, Kanye West und ihre Zukunftspläne

Die erst 19-jähre Grace Shaw hat uns in Berlin besucht um über ihre neue EP "In The Sky" zu sprechen, über ihr bedinglungslose Liebe zu Kanye West und wie es nach ihrem erfolgreichen Start ins Musikbusiness weitergeht.

Anfang des Monats erschien die zweite EP der australischen Newcomerin Mallrat. Ihr Faible für Hip-Hop, Pop und Electronica verschmilzt in ihrer Musik zu einer Melange, die zum einen unkategorisierbar scheint. Zum anderen aber auch extrem eingängig ins Ohr geht. Wir haben uns mit ihr unterhalten.

Grace, Ich hab gehört du willst in nächster Zeit nach LA ziehen, stimmt das? Haben deine Eltern da ein Wörtchen mitzureden?

Ja, in ein paar Monaten. Mein Dad unterstützt mich zwar, wo er nur kann, aber ich denke, er wird mich vermissen. Das tut er schon jetzt - ich bin Brisbane nach Melbourne gezogen - aber wir telefonieren sehr sehr oft, er ist sehr süß.

Hast du einen sehr musikalischen Background?

Nicht wirklich, meine Eltern sind nicht besonders musikalisch. Sie hören sich zwar ab und zu mal ein bisschen was an...

Gute?

Ich glaube schon. Ich mein, das ist ja alles subjektiv, aber es ist viel Jonny Cash und 70er Disco dabei. Und den The O.C.-Soundtrack.

Wie kam es dann dazu, dass du in das ganze Musikding reingerutscht bist?

Ich hab die Schule eigentlich sehr gemocht, zum Schluss verlor ich aber komplett das Interesse, eine Menge Sachen passierten. Ich traf den Entschluss nicht an die Uni zu gehen um zu studieren, aber ich wollte produktiv sein und erkannte, dass Musik eine Sache ist die ich tun könnte und dann ließ ich mich da einfach reinfallen.

Das heißt du wusstest sehr früh, was du zumindest nicht machen wolltest. Und dann kam das Allday-Konzert. Ich hab gehört das spielt eine ganz besondere Rolle.

Genau, das war der Moment, als ich mich der Sache komplett hingegeben hab. Ich konnte mich von Sekunde eins an so gut mit seiner Musik identifizieren, in einer Weise, wie das vorher bei mir noch nie der Fall gewesen ist. Ich Musik zwar vorher immer genossen, aber mich nie so mit ihr verbunden gefühlt.

Hattest du einen Plan im Kopf, wie deine eigene Musik klingen sollte?

Weil ich ihn zu der Zeit gehört hab - er ist ein australischer Hip-Hop-Act - ging das ganz frühe Zeug, das ich gemacht hab stark in die Richtung. Mittlerweile ist es mehr Pop als alles andere.

Und Allday ist jetzt auch Teil deiner EP geworden.

Wir haben auch ein Matching Flower Tattoo, er ist mein Bester!

Ist Mallrat eigentlich von vorn bis hinten ein DIY-Projekt?

Ich hab nicht alles selbst produziert, ein paar Freunde haben mich dabei unterstützt. Aber ich hab alles geschrieben und war mindestens Co-Producer.

Ich muss an der Stelle die New York Times zitieren: „All the awkwardness and annoyances of suburban teenage life find their way into the songs of Grace Shaw“ - beziehst du daher deine Inspiration?

Definitiv! Eine Menge an Input kommt wirklich davon, gelangweilt in der Vorstadt zu sitzen, vor allem als ich noch in Brisbane gelebt habe. Und das ist auch eine Sache, die ich an Lorde wirklich mag: Vor allem auf ihrem Debüt schafft sie es langweiliges Vorstadtleben wunderschön und magisch klingen zu lassen, fast wie ein düsteres Märchen. Das bewundere ich, wenn Leute das Schöne aus der Tristesse extrahieren können.

Review: Mallrat - In The Sky

Deine EP verbindet zwei Welten: Indie-Songwriting mit Electronica-Einflüssen und die Produzentenwelt des Hip-Hop und R&B. Absicht?

Ja, Ich liebe das alles! Und Ich finde vor allem Hip-Hop-Tracks gut, die einen eher melodiösen und organischen Sound und Background haben. Rae Sremmurd zum Beispiel, das ist Hip-Hop der "swingt", weil er so melodisch ist. Und die elektronische Musik, die Ich gut finde hat viele roughe Samples. Dann wird es spannend, wenn alles zusammentrifft.

Wieviele Songs hast du denn gerade im Köcher?

Live spiele ich derzeit nur das, was schon releast ist. Aber da ist noch ein ganzer Haufen an unveröffentlichter Musik. Und das ist so schade, weil ich denke, der neue Kram ist viel viel besser. Es wird ehrlich gesagt mit der Zeit ein bisschen langweilig die gleichen Sachen wieder und wieder zu spielen.

Klingt stark danach, dass da bald ein richtiges Album folgen wird?

Ich glaube, ich mache zuerst noch eine weitere EP. Das ist vielleicht einfacher zu verdauen. Ich mag alle meine Songs und auf Albumlänge kann es passieren, dass die ein oder andere Nummer vielleicht verloren geht. Das passiert dir bei einer 5-Track EP nicht so schnell. Wenn ich ein bisschen bekannter bin, dann vielleicht, dann bring ich eine LP raus. Vielleicht nächstes oder übernächstes Jahr.

Wir freuen uns auf alles was da kommen mag und wünschen viel Erfolg.

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