Offener Fan-Brief an "Rock am Ring"-Veranstalter: "Sind wir noch der Ring?"

Deutliche Worte an Marek Lieberberg

In einem offenen Brief wenden sich Fans und Besucher von "Rock am Ring" mit deutlichen Worten an die Festival-Veranstalter. Darin fordern sie unter anderem mehr Transparenz und eine verbesserte öffentliche Kommunikation. Lest euch hier die wichtigsten Kritikpunkte durch. 

Nur noch knapp zwei Wochen trennen uns von Deutschlands bekanntestem Festival. Vom 01.06. - 03.06.2018 geht "Rock am Ring" in die 32. Runde und liefert mit einem bunt gemischten Line-Up und Acts wie Foo Fighters, MuseGorillazCasperalt-J uvm. ausreichend Gründe zum Feiern. Bei vielen Fans scheint das "RaR"-Fieber jedoch schon seit einiger Zeit verflogen zu sein.

So wandten sich kürzlich eine Nutzer der Seite ringrocker.com in einem offenen Brief an Veranstalter Marek Lieberberg und die verantwortlichen Organisatoren des Festivals. Unter der Leitfrage "Sind wir (noch) der Ring?" werden verschiedene Kritikpunkte bezüglich Camping-Einschränkungen, Fan-Bezug und öffentlicher Kommunikation angeführt.

Hauptsächlich wollen die Verfasser darauf hinweisen, dass Fans und Besucher in keinster Weise in die Planung und Gestaltung des Festivals miteinbezogen werden, wodruch oftmals Veränderungen beschlossen werden, welche dem grundsätzlichen Charakter des Festivals schaden. 

Desweiteren spielt das Thema Camping eine wichtige Rolle. Nicht nur das anhaltende Verbot von eigenen Stromaggregaten, sondern auch das Unterbinden von gegenseitigen Besuchen unterschiedlicher Zeltplätze und die daraus resultierende Entstehung eines "Klassensystems" bleiben für viele Besucher weiterhin nicht nachvollziehbar. 

Die wichtigsten Punkte des offenen Briefs an Marek Lieberberg:

"Man könnte meinen, all das, was den Ring einmal ausgezeichnet hat, was ihn von anderen Festivals abgehoben und ihn in der deutschen Festivallandschaft gar unantastbar gemacht hat, ist nicht mehr. Der 'Mythos Nürburgring', das viel besungene 'Ring-Feeling', es scheint irgendwie Jahr für Jahr mehr zu verblassen. Rock am Ring wirkt jetzt, zwei Wochen vor dem Festival, angeschlagen: Wo im Netz einst glückselige Kommentare der Vorfreude in Scharen zu finden waren, wird der Unmut der Fans immer lauter. Dass irgendwas bei Rock am Ring 'nicht stimmt', ist mittlerweile längst auch in der Bevölkerung, die sich mit Festivals und Musik nicht in einem überdurchschnittlichen Maße beschäftigt, angekommen. Aber was ist eigentlich passiert?

[...]

Eine andere Frage, die sich im Gespräch unter Fans aufwirft: Sollte der Kerngedanke eines Festivals nicht sein, dass 80.000 Menschen, vom Maurer bis zum Professor, vom eitlen Banker bis zum linken Studenten, in den verrücktesten Konstellationen zusammenkommen und das feiern, was sie verbindet? Ein Festival sollte genau der Ort sein, an dem die Brücken geschlagen werden, die sich im Alltag nicht immer so einfach schlagen lassen. Das allerdings geht schwer, wenn man durch verschiedene Camping-Upgrades in ein Schichten-System gezwungen wird, das die Freiheit rund um das Gelände erheblich einengt.

[...]

Ebenso ein Bild, das die Zeltplätze bei Rock am Ring seit jeher geprägt hat: die Großgruppen. Warum „geprägt hat“? Weil man diese Besuchergruppe seit Jahren systematisch mit Einschränkungen zurückzudrängen versucht. Mit dem Aggregatverbot, der Beschränkung eines Pavillons für zehn Personen und der generellen Entwicklung der Preispolitik für die „Strom-Plätze“ setzt man hier ein eindeutiges Statement von Veranstalterseite. Dass Großgruppen oftmals jede Menge Müll und damit Mehrkosten verursachen, ist klar. Doch statt diesem Problem in anderer Form entgegenzuwirken wie mit Registrierung, reservierten und personalisierten Flächen mit Kontrollen beispielsweise, versucht man lieber diese Leute komplett abzudrängen.

[...]

Die fehlende Transparenz ist eine Problematik, die von vielen Besuchern angemahnt wird und auch in der Diskussion, die zu diesem Brief führte, für viele das entscheidende Moment, ja das Kriterium für wachsende Unzufriedenheit darstellte. Einige Sachverhalte würde man mit einer Erklärung gewiss besser verstehen und annehmen, für etliche Probleme würde sich eine Lösung finden lassen, würden die Besucher überhaupt mit einbezogen werden. Da diese Kommunikation gerade nach der Rückkehr an den Nürburgring komplett verebbt ist, wurden und werden die kritischen Stimmen immer lauter. 

Man fühlt sich nicht mehr ernst genommen, weil kaum eine der Veränderungen offenkundige Vorteile für den Zuschauer zu Tage fördert. Ganz im Gegenteil, der Großteil bleibt für den Besucher gänzlich unverständlich und verändert das Festival aus Besuchersicht immer weiter zum Nachteil. Solange man als Veranstalter seinen Besuchern also nicht erklärt, warum manche Dinge vielleicht aufgrund gesetzlicher Bestimmungen so sein müssen, darf man sich auch nicht wundern, wenn die Leute die Entwicklungen lediglich auf Profitgier des Veranstalters schieben – denn dieser Eindruck wird mit solch einer Kommunikationspolitik durchaus generiert. 

Hier gelangt ihr zum vollständigen offenen Brief, sowie der zueghörigen Forum-Diskussion.

Eine Reaktion auf den Brief seitens der Vernatsalter gibt es bisher nicht.

Ihr habt weiterhin Bock auf Rock am Ring 2018? Dann findet ihr hier alle Infos:

▶ Rock am Ring 2018 mit Muse, Foo Fighters, Gorillaz und 30 Seconds To Mars 

Sollte der offene Brief eure Meinung widerspiegeln, haben wir einige gute Festival-Alternativen für euch:

▶ Festivals 2018: Die besten Musikfestivals in Deutschland

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