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Olly Alexander tritt mit „Dizzy“ beim Eurovision Song Contest 2024 für England an

Olly Alexander hat seine neue Single „Dizzy“ veröffentlicht, mit der er den Eurovision Song Contest für England gewinnen will. Seine Chancen stehen nicht schlecht.

Mit seiner Band Years & Years hat sich Olly Alexander international einen Namen gemacht und mit der queeren Serie „It’s a Sin“ auch als Schauspieler etabliert. Jetzt möchte er den Eurovision Song Contest wieder nach England holen, denn auch das Mutterland des Pop erlebt eine ähnliche Durststrecke wie Deutschland und konnte seit 1997 den Grand Prix nicht mehr gewinnen.

Geschrieben und produziert wurde der Song „Dizzy“ von ihm selbst und dem Produzenten Danny L Harle, der zuletzt die beiden Alben von Caroline Polachek produziert hatte. Die stilistische Marschrichtung macht klar: hier wird alles zusammen geschüttet, was beim Eurovision Song Contest erwartet wird: zeitgemäßer Pop, viel Tanz und ein Hauch von ABBA. „Dizzy“ klingt fast schon ein wenig zu berechnend, allerdings ist Olly Alexander ein erfahrener Live-Entertainer mit Ausstrahlung und das dürfte seiner Performance viele Pluspunkte bei der schwulen Eurovision-Fangemeinde geben.

Wie in Deutschland glaubt auch in England niemand mehr an einen ESC-Erfolg, der Guardian disst den Song als platten Abklatsch von „It’s a Sin“ von den Pet Shop Boys, einem Song, den er im Jahr 2021 bereits gecovert hatte: „Im Vergleich zum aktuellen PSB im Jahr 2024 ist es schlecht: Die Comeback-Single „Loneliness“ der 60-Jährigen ist weitaus druckvoller und lebendiger als „Dizzy“. (…) „Dizzy“ ist kein schlechter Song – er ist vollkommen in Ordnung –, aber er geht viel zu sehr auf Nummer sicher, um irgendjemandem den Kopf zu verdrehen.“

Olly Alexander erklärt: „Ich habe den Song letzten Sommer mit Danny L Harle geschrieben. Wir haben mit dem Wort ‚Dizzy‘ angefangen, weil es mir einfach in den Sinn kam und ich es mochte. Ich habe über lustige Dinge nachgedacht, die einen schwindelig machen könnten, und ich erinnere mich, ’schwindelig von deinen Küssen‘ gesagt zu haben. Der Song handelt davon, dass man für jemanden so starke Emotionen empfindet, dass sie deine Welt komplett auf den Kopf stellen und durcheinander bringen.“

Nachdem er weltweit Arenen und Festivals headlinete – ganz zu schweigen von Kollaborationen mit Größen wie Sir Elton John, Kylie Minogue und den Pet Shop Boys – wurde Olly Alexander kürzlich als Wachsfigur im Madame Tussauds London verewigt.

Negativ aufgefallen war Olly Alexander im Vorfeld des ESC durch seinen Boykottaufruf gegen den musikalischen Beitrag aus Israel, was während des Wettbewerbs im ebenfalls stark israelkritischen Schweden durchaus noch für Zündstoff sorgen könnte. Israels Beitrag wurde aufgrund politischer Aussagen vom ESC abgelehnt, die Sängerin Eden Golan hatte in „October Rain“ über den Angriff der Hamas auf Israel gesungen. Inzwischen ist die Teilnahme von Israel beim ESC ein Politikum, in das sich sogar der israelische Staatspräsident eingeschaltet hat. Die Cancel Culture könnte beim ESC einen neuen Tiefpunkt erreichen, wenn künstlerische Freiheiten aus politischen Gründen beschnitten werden.

Das Finale des ESC für das England wie Deutschland gesetzt ist, findet am 11. Mai 2024 in Malmö, Schweden, statt, nachdem das Land den Wettbewerb 2023 mit dem Lied „Tattoo“ von Loreen gewonnen hat. Schweden ist aufgrund des Sieges im letzten Jahr automatisch für das Finale qualifiziert, ebenso wie die Big-Five-Länder (Vereinigtes Königreich, Spanien, Deutschland, Frankreich, Italien), was bedeutet, dass das Vereinigte Königreich nicht die Qualifikationsrunde des Halbfinales durchlaufen muss und automatisch am Samstag im großen Finale vertreten sein wird. Dort tritt er auch gegen den deutschen Sänger Isaak an, der sich mit seinem Song „Always On The Run“ im deutschen Vorentscheid durchgesetzt hatte. Wir tippen auf eine Top 5-Platzierung für Olly Alexander und einen Platz in den Top 20 für Isaak.

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