Oscars 2019: Lady Gaga Favoritin bei den Buchmachern

Zwei Nominierungen für "A Star Is Born"

Große Show, große Namen und eine deutliche Favoritin. Lady Gaga könnte bei den diesjährigen Oscars gleich doppelt abräumen. Bei den Wettbüros gilt die US-Künstlerin als große Favoritin in zumindest einer Kategorie.

Trailer: A Star Is Born

Ob Dschungelcamp, DSDS oder The Voice - der Wettwahnsinn ist längst aus Großbritannien zu uns übergelaufen und so findet man heute kaum mehr ein großes TV-Ereignis, zu dem es nicht auch die passenden Wetten gibt. Wenig überraschend also, dass die diesjährige Oscar-Verleihung am 25. Februar 2019 als eines der Wett-Highlights des Jahres gehandelt wird. Was bei einer öffentlichen Abstimmung häufig die Ergebnisse vorweg nimmt (Beispiel Eurovision) muss bei einer Jury-Entscheidung wie den Oscars eher mit Vorsicht behandelt werden.

Die Liste der nominierten Hollywoodstars liest sich mit Namen wie Christian Bale, Bradley Cooper, Emma Stone, Willem Dafoe oder Glenn Close gewohnt prominent, ein Name sticht jedoch etwas heraus. Stefani Germanotta, den meisten von uns wohl besser als Lady Gaga bekannt, hat sich für "A Star Is Born" erfolgreich unter die Nominierten gemischt. Nein, nicht (nur) durch ihren musikalischen Beitrag, sondern auch in einer der wichtigen Haupt-Kategorien: Beste Hauptdarstellerin. Laut Quoten der Online Wettanbieter hat sie aktuell beste Chancen auf mindestens einen Oscar. 

"Shallow" - Der sichere Sieg?

Geht es nach den Buchmachern, so steht der Sieg in einer Kategorie quasi schon fest. In der Kategorie "Bester Filmsong" bzw. "Best Original Song" geht ihr Duett mit Bradley Cooper als absoluter Favorit ins Rennen und dürfte damit unter anderem Kendrick Lamar und SZA mit "All The Stars" vom gefeierten "Black Panther"-Soundtrack hinter sich lassen.

Oscars 2019 - Kategorie: Bester Song

  • Lady Gaga & Bradley Cooper - "Shallow" (A Star Is Born)
  • Jennifer Hudson - "I'll Fight" (RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit)

  • Kendrick Lamar & SZA - "All The Stars" (Black Panther)

  • Emily Blunt - "The Place Where Lost Things Go" (Mary Poppins' Rückkehr)

  • David Rawlings & Gillian Welch - "When A Cowboy Trades His Spurs For Wings" (The Ballad Of Buster Scruggs)

Aus Wett-Sicht dürfte diese Kategorie aber nur bedingt interessant sein. Das Duo Cooper & Gaga steht bereits als nahezu sicherer Sieger fest und wir deshalb mit Quote von 1.05 ausgestattet. Kendrick Lamar & SZA folgen mit einer Quote von 11.0. Hier kann man wohl bereits die ersten Glückwünsche aussprechen. 

Schaut man sich die Gewinner der vergangenen Jahre an, so dürfte Gagas Favoritenstatus kaum überraschen. AdeleJohn LegendSam Smith - es sind die großen, emotionalen und zumeist kitschigen Balladen, die hier abräumen. Und in genau diese Kerbe schlägt kein Song so gut wie "Shallow", auch wenn der Film-Soundtrack ansonsten genügend Schwächen hatte:

"Die Songs sind viel zu dick aufgetragen, ständig spielt sie ihr gesamtes Stimmvolumen aus, was vor allem bei gefühlvollen Balladen einfach nur noch fake klingt. Und so bleibt auch beim Film ein schaler Nachgeschmack, dass hier eine vermeintlich authentische Geschichte zu sehr mit Blick auf die Oscars und die Kinokasse verfilmt wurde und die grundsätzlich gelungene Zusammenstellung von Künstlern und Charakteren am Ende einfach nicht mehr glaubhaft wirkt. Man vergisst zu keinem Moment, dass man "nur" im Kino sitzt."

- Auszug: Review "A Star Is Born - Soundtrack"

Video: Lady Gaga & Bradley Cooper - Shallow

Räumt Lady Gaga direkt doppelt ab?

Wer tatsächlich Interesse daran hat zu wetten, der sollte sich stattdessen die Situation in der "Beste Hauptdarstellerin"-Kategorie genauer ansehen. Denn Lady Gaga mag zunächst als deutliche Außenseiterin ins Rennen gehen, hat für ihre Performance aber Lob von allen Seiten bekommen. Zusätzlich hat sie zwar etablierte Schauspielerinnen zur Konkurrenz, der ganz große Blockbuster-Name fehlt in diesem Jahr aber auf der Nominiertenliste

Solch eine Nominierung bringt nicht nur mal wieder frischen Wind in die Veranstaltung, sondern auch ins Wettgeschehen.

Abgeschlagen ist Lady Gaga zwar noch nicht, dennoch dürfte es schwer werden an Glenn Close vorbeizukommen. (Quoten: Durchschnitt verschiedener Anbieter)

Die Wettanbieter sehen Lady Gaga aktuell auf dem dritten Platz. Die größten Erfolgschancen werden Glenn Close (Quote 1,4) für "The Wife" zugeschrieben, gefolgt von "The Favourite"-Hauptdarstellerin Olivia Colman (Quote 5,0). Lady Gagas Quoten bewegen sich bei den Buchmachern momentan zwischen 6,0 und 7,0. Sollte die 32-Jährige also die Überraschung schaffen, wäre hier auch ein ordentlicher Gewinn drin.

Dass Yalitza Aparicio so weit abgeschlagen ist, überrascht zumindest ein wenig, hat das Drama "Roma" doch insgesamt 10 Nominierungen gesammelt. Viel Trauer wird es dennoch nicht geben, immerhin geht der Film von Alfonso Cuarón als Top-Favorit für die "Bester Film"-Kategorie ins Rennen und dürfte auch bei "Beste Regie", "Bester fremdsprachiger Film" und "Beste Kamera" den Academy Award abräumen. 

Dass es für Lady Gaga hier aber tatsächlich zu einer Überraschungen kommen kann, wurde im vergangenen Jahr bewiesen. So stand bei den Buchmachern "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" als deutlicher Favorit für "Bester Film" fest. Gewonnen hat in dieser Kategorie aber letztlich "Shape of Water – Das Flüstern des Wassers". Ganz ausschließen sollte man die ganz große Überraschung also noch nicht. 

Fazit: Der Kreis schließt sich

Nachdem es 2016 mit dem Song "Til It Happens to You" für den Film "The Hunting Ground" nicht geklappt hat, bekommt Lady Gaga in diesem Jahr wohl mit ziemlicher Sicherheit ihren verdienten Oscar. Und auch wenn es weder an ihrer schauspielerischen noch an ihrer musikalischen Performance etwas auszusetzen gibt, kommen die Nominierungen nicht von ungefähr. Story, Besetzung und jede Menge Kitsch - das "A Star Is Born"-Remake wurde quasi für die Oscars gemacht. 

Blickt man realistisch auf die diesjährigen Nominierungen, so dürfte schnell klar sein, dass Lady Gaga in der "Beste Hauptdarstellerin"-Kategorie kaum ernstzunehmende Chancen haben wird. Das muss sie aber auch gar nicht, diese Nominierung sollte viel mehr als größtmögliches Kompliment für ihre schauspielerische Leistung verstanden werden. In ihrer eigenen Hauptkategorie wird sie in diesem Jahr aber als Siegerin von der Bühne gehen und damit in gewisser Weise auch einen Kreis schließen.

Denn die neue Version unter der Regie von Bradley Cooper ist bereits das dritte Remake von "A Star Is Born". Sowohl Janet Gaynor (1938) als auch Judy Garland (1955) wurden für ihre Rollen als beste Hauptdarstellerin nominiert. Barbra Streisand gewann bereits 1977 mit ihrem Titelsong "Evergreen" die "Bester Song"-Kategorie. Die Vorzeichen für Lady Gaga könnten also kaum besser stehen.