Oya Festival 2011: Taking Oslo back

Mit Kanye West, James Blake, Fleet Foxes, Sharon Jones, Lykke Li, Guided By Voices, Kyuss Lives! u.a.

"Taking Oslo back": unter diesem Motto fand in der vergangenen Woche das größte Festival Norwegens in Oslo statt - trotz des furchtbaren Attentats auf das Land und seine Menschen vor drei Wochen. Und die Mission ist geglückt: das Oya 2011 war ein friedliches und stimmungsvolles Festival-Highlight dieser Saison.

Während in der Innenstadt von Oslo die Zerstörungen und Verletzungen durch den irren Amokläufer noch allgegenwärtig waren in Form von geborstenen Fensterscheiben, abgesperrten Straßen und einem Blumenmeer vor dem Dom, hat das Leben wieder Einzug gehalten in der norwegischen Hauptstadt. Zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland strömten zu dem Festivalgelände, direkt am städtischen Fjord, um Acts wie Kanye West, Pulp, James Blake, den Fleet Foxes oder Sharon Jones & The Dap-Kings zu lauschen und das Leben trotz aller Widrigkeiten zu feiern.

Unterteilt in das Tagesprogramm auf dem Festivalgelände mit vier Bühnen und ein Nachtprogramm in den zahlreichen Clubs der Stadt, wo es nach 11 Uhr weiterging, bot das Oya unzählige Acts aller möglichen Genres und listete diese auf seiner Homepage ganz demokratisch einfach alphabetisch auf, ohne die Top Acts besonders hervorzuheben. Dieses Nebeneinander von populärer Musik und Nische, von Mainstream und Underground zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Festivalprogramm und auch die vier Bühnen waren nicht in Stilrichtungen unterteilt, so dass man als Besucher ständig auf Trab gehalten wurde, um seinen Lieblingsact nicht zu verpassen und es sich nicht einfach vor einer bestimmten Bühne gemütlich machen konnte.

Auf dem Oya war von den Ereignissen der vergangenen Wochen tatsächlich kaum noch etwas zu spüren. Die meisten Bands vermieden es tunlichst, das sensible Thema anzuschneiden und konzentrierten sich auf das, wofür sie gekommen waren: eine Party zu feiern! Und auch in der Stadt hat das Leben wieder Einzug gehalten. Nur wenige Meter von dem Bombenattentat entfernt liegen zahlreiche Clubs und Bars, in denen täglich bis zur Sperrstunde um 3:30 gefeiert wurde - und jeden Abend voll waren mit Menschen, die sich ihre Stadt wieder zurück erobert haben. Und so kann man die gemeinsame Entscheidung von Stadt und Organisatoren nur begrüßen, trotz der jüngsten Ereignisse das Festival wie geplant auszurichten.

Hier einige Eindrücke vom Oya 2011:

Get the flash player here: http://www.adobe.com/flashplayer

 

Fazit: Das Oya, das bereits zum zwölften Mal über die Bühne ging und entsprechend professionell organisiert ist, ist auf jeden Fall eine Reise wert. Man wird belohnt mit gelassenen, freundlichen Menschen, tollen nordischen Sonnenuntergängen und einem erstklassigen, gut gemischten Line-Up, das allerdings im Vergleich zu heimischen Festivals einen überdurchschnittlich hohen Rock- und Metal-Anteil aufweist. Elektronisches bekommt man erst in den Clubs im Nachtprogramm zu hören, einen Dancefloor gibt es auf dem Festivalgelände bisher nicht.

Eines sollte man aber bedenken, bevor man seinen Trip zum Oya 2012 plant: Oslo ist die teuerste Stadt der Welt! Mit Bierpreisen von 9 Euro, Zigarretten für 12 Euro und ein kleines Wasser für 5 Euro muss man schon genau kalkulieren, wenn man nicht zu den Großverdienern zählt. Und auch Unterkunft und Essen sind nicht eben billig vor Ort. Aber wenn man sich mal was gönnen möchte und sich das leisten kann, gehört das Oya mit Sicherheit mit zu den schönsten Festivals der Welt.

Fotos: Oyafestivalen

Mehr Festivals gibt's in unserer Bestenliste: Die schönsten Festivals

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