Paul Kalkbrenner holt sich Spitzenposition in den Albumcharts

Techno für den Mainstream

Kann sich jemand erinnern, dass ein Techno-Album jemals auf Platz 1 der Charts stand? Paul Kalkbrenner hat das gerade mit seinem neuen Werk "7" geschafft und verdrängt das Schlager-Karaoke vom "Tauschkonzert" auf die Plätze.

Die Charts sind nicht zwangsläufig ein Indikator für gute Musik, sondern für das, was in den Massenmedien TV und Radio präsent ist und gespielt wird. Paul Kalkbrenner hat seit seiner Hauptrolle im Techno/Drogen/Berlin-Film "Berlin Calling" eine Bekanntheit erspielt, die weit über Techno-Kreise hinaus geht. Für den bis dato nur Insidern bekannten Berliner DJ kam das einem Lottogewinn gleich.

Paul Kalkbrenner - 7 (Cover)
Paul Kalkbrenner - 7 (Cover)

Musikalisch sorgt er seitdem durch seine gediegenen repetitiven Tracks im Mid-Tempo Bereich dafür, dass Leute, die "eigentlich" keinen Techno hören, doch plötzlich mit 4-to-the-Floor Beats mitwippen können. Dabei hat man eigentlich immer nur den einen Track aus "Berlin Calling" im Ohr, mit dem Kalkbrenner und sein Bruder Fritz viele Jahre für einen Energie-Konzern werben.

Auch sein neues Album wird von Techno-Insidern oder Berghain-Gängern nicht unbedingt als relevant angesehen, es überwiegen negative Kritiken über die eher schlichte Auslegung von Techno im leicht konsumierbaren Loveparade-Format. 

Den schönsten Verriss hat die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht:

"Kalkbrenners Label versprach vorab "den totalen Neuanfang". Das klang nach Rumprobieren, nach Wagnissen und Feuerwerk. Stattdessen dominiert auf "7" die absolute Ungefährlichkeit. Durch Kalkbrenners routinierte Lethargie geht das Album nicht einmal als Hintergrund-Gedudel durch." (Berliner Weiße, lauwarm. Aus: SZ 7. August 2015)

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