Podcast Equipment: So gelingt die perfekte Aufnahme

Mikrofone, Software und Zubehör für euren Podcast

Smartphone in die Hand und los geht's? Ganz so einfach ist es nicht. Für eine gelungene Podcast-Aufnahme braucht ihr dennoch nicht viel Equipment. In unserer Checklist erfahrt ihr, welches Equipment entscheidend ist, damit das Podcasten auch wirklich Spaß macht.

Die eigene Podcast-Idee einfach am heimischen Schreibtisch umsetzen? MIt dem richtigen Equipment absolut kein Problem. (Credit: Sennheiser)

Seit 2015 ist eine regelrechte Flut über die internationale und insbesondere die deutsche Podcast-Szene hereingebrochen. Das Format "Podcast" hat wieder an Attraktivität gewonnen und nicht nur Musiker und Rapper beteiligen sich aktiv an der Szene, sondern gefühlt jeder Zweite hat mittlerweile seinen eigenen Podcast.

Vielfalt und Auswahl tun diesem Medium zweifelsfrei gut, mittlerweile gehört aber ebenso ein wenig Arbeit dazu, um die tatsächlichen Podcast-Highlights herauszufiltern. 

Längst reicht nicht mehr nur eine gute Idee, sondern auch die Produktionsqualität muss stimmen, um sich von der breiten Masse abzusetzen. Lange wurde dadurch für Podcasts geworben, dass man lediglich ein Mikrofon und einen PC brauche, um seinen eigenen Podcast zu produzieren - das mag generell stimmen, wer sich jedoch nur auf diese beiden Hilfsmittel beschränkt, wird mit der Aufnahmequalität kaum zufrieden sein. 

Ob drinnen oder draußen, alleine oder mit Gästen; ob mit eingespielter Musik oder ein Interview-Format via Skype - es gibt zahlreiche verschiedene Podcast-Formate, weshalb auch unsere Equipment-Liste keineswegs alle Fälle abdecken kann. Wir wollen euch jedoch einige Tipps und Hilfsmittel mit auf den Weg geben, die euch den Einstieg in die Podcast-Produktion deutlich erleichtern und vor übermäßigem Frust schützen dürften. 

Hardware

PC / Mac

Streng genommen kann man einen Podcast heutzutage auch mit dem Smartphone aufzeichnen. Da Arbeitsschritte wie Nachbearbeitung und Veröffentlichung aber mit Hilfe eines PCs wesentlich komfortabler ablaufen, empfielt es sich auch im Smartphone-Zeitalter weiterhin auf einen PC oder Mac zurückzugreifen.

Besondere Leistungsstärke wrd hier nur in seltensten Fällen benötigt, solltet ihr also einen halbwegs zeitaktuellen Laptop zur Hand haben, seid ihr bereits passend ausgerüstet.

Mikrofon

Das Mikrofon kann als Herzstück der Podcast-Aufnahme betrachtet werden. Denn auch die beste inhaltliche Idee verliert schnell ihren Reiz, wenn die Audioqualität das Hörvergnügen mindert. Sennheiser hat kürzlich eine eigene Mikrofon-Reihe für Podcaster veröffentlicht und zeigt in einem ►Video Workshop Schritt für Schritt, wie man seinen eigenen Podcast aufnimmt und veröffentlicht. 

Video: How To Podcast - Equipment & Mikrofone

Hierbei spielt oftmals die Frage ob man alleine oder mit Gästen aufzeichnet, eine große Rolle. Prinzipiell sollte aber jeder Podcast-Einsteiger mit einem USB-Mikrofon bestens versorgt sein. Hierbei empfiehlt es sich, keinesfalls nur nach dem günstigsten Preis zu gehen. Denn wie immer in der Audio-Welt gilt auch hier der Leitsatz: "Wer billig kauft, kauft zweimal."

Es gibt definitiv gute Einstiegsgeräte zum kleinen Preis, jedoch sollte man sich zuvor stets genauestens Informieren, welche Anforderungen für die eigenen Pläne erfüllt werden sollen.

Wer sich bei der Aufnahme gänzlich frei vom PC machen möchte oder beim Podcasten draußen unterwegs ist, kann alternativ auf einen sogenannten "Field Recorder" zurückgreifen. Dies sind eigenständige Audiorecorder, welche sich zumeist via XLR mit einem Mikrofon verbinden lassen. Als empfehlenswerte Anlaufstellen haben sich hierbei insbesondere "Zoom" und "Olympus" in den vergangenen Jahren etabliert. 

Mikrofon-Zubehör

Man kann mehrere Hundert Euro in ein professionelles Mikrofon investieren und letztendlich doch nur eine mittelmäßige Audioqualität erzielen. Schuld daran ist meistens, dass das nötige Zubehör in Vergessenheit gerät. Um Störgeräusche bei der Aufnahme zu vermeiden, empfiehlt es sich, auf eine passende Halterung bzw. Standfuß für das Mikrofon zurückzugreifen. Kombiniert mit einem Shock Mount und einem Pop-Schutz sorgen besonders Mikrofonstative bzw. -arme für optimale Soundergebnisse und viel Flexibilität.

Zusätzlich solltet ihr euch informieren ob euer Mikrofon einen zusätzlichen Vorverstärker bzw. ein Audio-Interface benötigt. USB-Mikrofone können zwar zumeist problemlos direkt in den PC eingespeist werden, Signale von analogen Mikrofonen müssen jedoch erst durch ein Audiointerface umgewandelt werden.

Sollte der Podcast mit mehreren Menschen gleichzeitig aufgenommen werden, empfiehlt sich unter Umständen sogar der Einsatz eines vollwertigen Mixers, um mehr Kontrolle über Lautstärke und Zusammenspiel der Signale zu haben.

Mag zunächst übertrieben erscheinen, doch insbesondere bei der Aufnahme mit mehreren Personen kann sich ein vollwertiger Audio-Mixer lohnen. (Credit: Unsplash / Yomex Owo)

Kopfhörer

Ein Kopfhörer mag zunächst nicht zwingend notwenig erscheinen, solange man alleine in den heimischen vier Wänden aufzeichnet. Sobald mehrere Personen oder eventuelle Umgebungs- bzw. Störgeräusch eine Rolle spielen, lassen sich durch einen Kopfhörer aber viele Fehler und Probleme vermeiden. 

Hierbei sollte jedoch besonders darauf geachtet werden, dass man in einen ohrumschließenden Hörer bzw. Over-Ear-Kopfhörer investiert. Nur diese blenden die Umgebungsgeräusche ausreichend aus, um eventuelle Störfaktoren vollständig zu erkennen. Zusätzlich kann bei On-Ear-Kopfhörern das Problem auftreten, dass Ton nach außen dringt und wiederum vom Mikrofon erfasst wird. 

▶ Musik für unterwegs: Die 10 besten Kopfhörer für unter 50 €

Audiokabel

Ebenfalls in die Kategorie "Wer billig kauft, kauft doppelt" fallen die benötigten Audiokabel. Gute XLR-Kabel können gut und gerne einen ordentlichen Zusatzbetrag auf die Rechnung setzen, die Investition in bessere Modelle lohnt sich aber. Wer teures Equipment kauft, nur um am Ende bei den Kabeln zu sparen, wird das spätestens beim Grundrauschen auf seiner ersten Aufnahme bereuen. 

Software

Schnittprogramm / DAW

Für den Schnitt und die Nachbearbeitung von Podcasts eignen sich besonders für Anfänger kostenlose Programm wie "Audacity" oder "GarageBand". Die meisten Arbeitsschritte können damit problems abgearbeitet werden und die integrierten Effekte wie Kompressor und Verstärker sind für jeden normalen Podcaster mehr als ausreichend.

Erst wenn besondere Effekte oder ein aufwendigerer Schnittprozess ins Spiel kommt, empfiehlt sich der Umstieg auf eine professionellere Alternative wie Adobe Audition. 

Ob Ableton, Logic oder Audition: prinzipiell eignet sich jede DAW für die Podcast-Nachbearbeitung. Audacity und GarageBand sind jedoch kostenlos erhältlich. (Credit: Unsplash)

Skype Call Recorder / Zencastr

Wer zusammen einen Podcast aufzeichnet, muss sich längst nicht mehr im selben Zimmer befinden. Oftmals wird als Programm für gemeinsame Aufzeichnungen deshalb Skype verwendet. Da eine systeminterne Aufzeichnung der Skype-Tonspuren aber oftmals mit einigen Schwierigkeiten verbunden ist, gibt es mittlerweile mehrere kleine Hilfsmittel, welche diesen Prozess deutlich vereinfachen. 

Skype zwar eine eigene Recording-Funktion ins Programm aufgenommen, jedoch gibt es diverse Third-Party-Tools, die dieses Vorhaben deutlich flexibler individueller gestalten. Das Problem bei den meisten dieser Programme besteht darin, dass die Tonspuren aller Gesprächspartner auf einem Gerät aufgenommen werden. Sollte die Internetverbindung also mal schlecht sein, wird dementsprechend auch die Aufnahme schlecht.

Abhilfe schaffen Tools wie Zencastr. Hierbei werden die Tonspuren auf dem Geräten des jeweiligen Gesprächsteilnehmers aufgezeichnet und somit unabhängig von der Qualität der Internetverbindung in guter Qualität gespeichert. 

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