Pono: Neil Youngs Wunderplayer kommt auf den Markt

Neuer Player für hochauflösende Musik in der Kritik

Auf seine alten Tage ist Neil Young noch einmal unter die Startup-Unternehmer gegangen. Seine Mission: Digitale Files sollen besser klingen. Sein Produkt: Pono. Nächste Woche soll der über Kickstarter finanzierte Player auf den Markt kommen.

800 000 Dollar wollte Neil Young via Kickstarter einsammeln, um den Pono-Player serienreif zu bekommen. Am Ende wurden es 6 Millionen und eines der erfolgreichsten Projekte der Kickstarter-Geschichte.

Dabei half die Prominenz des ehr- und streitbaren Musikers Young sicherlich enorm, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, der in seinen Ohren schlechten Qualität von MP3 Files etwas entgegenzusetzen und einen hochauflösenden digitalen Player auf den Markt zu bringen.

Der Pono-Player soll Files in 24bit, 192kHz abspielen können und damit nach Aussagen von Young den Originalsound aus dem Studio auf die heimische Anlage transportieren. Klingt eigentlich gut, ist aber bei näherer Betrachtung esoterischer Quatsch. Wissenschaftlich ist klar widerlegt, dass das menschliche Ohr in der Lage ist, die Unterschiede zu hören, dafür brauchen diese Files ein vielfaches an Datenmenge. 

MP3 Erfinder Brandenburg: Neil Youngs Pono ist Unsinn

Der Pono-Player, den Trent Reznor respektlos als "Toblerone-Riegel" bezeichnete, ist optisch eher retro geraten und fasst gerade einmal 128 GB. Da sich das Gerät an Hifi-Enthusiasten und Sammler richtet (natürlich soll es auch einen Shop geben, in dem man die zugehörigen Files kaufen kann), ist man also auf Erweiterungskarten angewiesen und kauft damit letztlich wieder Tonträger, die man ja eigentlich in der digitalen Welt nicht mehr braucht. Nur dass diese Tonträger als winzige microSD-Karten daher kommen.  

Trotz der lauten Kritik an seinem Projekt, hat Neil Young jede Menge Interessenten für Pono gewonnen und letztlich den alten Traum der Musikindustrie neu entfacht, das alte Produkt in neuer Auflösung noch einmal verkaufen zu können. Der Player kostet 399 Dollar. Das neue Album von Neil Young wird im Pono Shop für 32 Dollar angeboten. Pono verdient 30 Prozent an jedem verkauften Song.

Der Player kann ab sofort auf der Pono Homepage vorbestellt werden. Wir raten ab.

PoNO: Warum Neil Youngs Startup eine Schnapsidee ist

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