Popfile verabschiedet sich

Der von Universal Music betriebene Downloadshop steht vor dem Ende

Nach Angeben des Chefs von Universal Music Deutschland wird das Angebot Popfile zum Jahresende eingestellt. Ursprünglich war der Downloadshop als Vertriebsportal des Majorlabels konzipiert worden.

Vor ungefähr zwei Jahren hatte der damalige Universal-Chef Tim Renner die Idee, die Veröffentlichungen seines Labels als digitale Downloads über eine Plattform im Internet zu vertreiben. Das Label war eines der ersten, das ein solches Konzept mit popfile.de auch in der Praxis etablieren konnte.

Jetzt soll das Downloadportal nach Angaben des neuen Universal-Chefs Frank Briegmann zum Ende des Jahres geschlossen werden. "Wir können dem Endkonsumenten nicht die Breite bieten, die er bei den Vollsortimenten findet", wird er in der Tageszeitung ?Die Welt? zitiert. Das Problem liegt in der Tat auf der Hand bzw. im Sortiment: denn Popfile präsentiert sich zwar wie ein Allround-Downloadshop mit allem drum und dran ? zumindest für den Mainstream-Kunden. Diesem wird aber mitnichten alles geboten, was die Radiolandschaft so hergibt: denn als labelinternes Projekt hat Popfile eben fast ausschließlich Songs des Majors Universal Music im Angebot. Trotz der Größe des Konzerns anscheinend doch nicht ausreichend Auswahl, um sich gegen die Konkurrenz von Mediamarkt & Co. zu behaupten. Stattdessen will Universal in Zukunft u.a. enger mit dem Angebot von Musicload.de zusammenarbeiten. Zudem wird sich der Vertrieb des Majorlabels ab sofort auch über das Portal Universal-Download.de organisieren.

Der Markt rund um den digitalen Vertrieb von Musik im Internet ist hart umkämpft. Downloadportale gibt es mittlerweile viele, aber das technische Know-how dahinter wird nahezu ausschließlich von zwei Anbietern geliefert: OD2 auf der einen Seite und Phonoline auf der anderen. Das wird sich in dieser Form schon bald ändern. Denn das in diesem Jahr medienwirksam eröffnete Vertriebssystem Phonoline kündigt mittlerweile auf seiner Website an, dass es den ?Betrieb in der bisherigen Form demnächst einstellen? wird.

Frohe Kunde zum Ende des Jahres kommt hingegen vom eigenständigen Anbieter iTunes: während Konkurrent Sony mit seinem Portal Connect nur bescheidenen Erfolg vorzuweisen hat, feierte iTunes vergangene Woche bereits den 200-millionsten Download. (js)

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