Radiohead ohne Plattenvertrag?

In einem Interview mit dem Spiegel denkt Radiohead-Sänger Thom Yorke laut darüber nach, ob die Band zukünftig überhaupt noch eine Plattenfirma brauche. Der Erfolg des Mediums Internet sei schließlich gigantisch.

Es ist ihr letztes Album im Rahmen des laufenden Vertrags mit der Plattenfirma EMI. Am 10.6.2003 erscheint das mit Spannung erwartete Album "Hail To The Thief" von Radiohead. Doch offenbar überlegen Yorke & Co. derzeit, ob sie überhaupt noch einmal einen Plattenvertrag brauchen. Denn im Internet ist die Band selbst seit Jahren sehr rührig und ihr Kultstatus ist trotz mehrerer vergleichbar sperriger Alben in Folge ungebrochen.

"Wir debattieren sehr angeregt", zitiert der Spiegel den Frontmann der Band auf die Frage, ob sie überhaupt noch einen Plattenvertrag bräuchten. Zuletzt hatte Yorke sich darüber geärgert, dass die EMI nicht auf im Internet kursierende Demo-Versionen mit einer vorzeitigen Veröffentlichung des längst fertiggestellten Albums reagiert hat. Doch nicht nur die Schwerfälligkeit der Plattenkonzerne im Internet-Zeitalter, auch die Promo-Maschinerie bestehend aus Videodrehs, Interviews und Hitsingle-Produktion nervt Yorke inzwischen gewaltig.
Mit selbstvertriebenen Alben über ihre weltweite Fan-Community könnte sich die Band all diesen Torturen des Popstar-Alltags entziehen und selbst bestimmen, wann und wie ihre Musik an den Mann und die Frau kommt - für die mit sich selbst und ihren netzaffinen Kunden hadernde Musikindustrie eine Schreckensvision. (ur)

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