RIAA vs. P2P-Nutzer: Jetzt wird zurückverklagt

In einer ersten Klagewelle hat der Verband der Musikindustrie in den USA (RIAA) 261 Nutzer von Tauschbörsen verklagt. Doch der medienwirksame Angriff, der vor allem zur Abschreckung dienen soll, könnte auch nach hinten losgehen.

Wenn man 261 Tauschbörsen-Nutzer verklagt, kann man davon ausgehen, dass es ganz normale Menschen trifft und keine professionellen Betrüger. Schließlich nutzen viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt Tauschbörsen, um schnell und einfach an Daten zu gelangen. Während die Musikindustrie dabei irrtümlicherweise gerne von "Piraten" spricht, ist die Wirklichkeit eine andere.

Unter anderem erwischte die Klagewelle einen Yale-Professor, einen unbescholtenen 71 jährigen Großvater und ein 12 jähriges Mädchen. Sie alle sollen durch eine außergerichtliche Einigung und die Zahlung von mehreren tausend Dollars davonkommen. Jeder der Beklagten hatte mehrere hundert illegal heruntergeladene Files auf seinem Computer.

Gleichzeitig startete die RIAA ein Amnestieprogramm, das vorsieht, reuige Tauschbörsen-Nutzer, die alle illegal bezogenen Songs löschen und schriftlich einwilligen nie wieder illegale Musik aus dem Netz herunterzuladen, nicht verklagt werden. Doch die Internetrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation warnte ausdrücklich davor, einen solchen Schritt zu tun, da man damit nicht zwangsläufig aus dem Schneider sei.

Wie unser US-Korrespondent Janko Röttgers auf mixburnrip.de vermeldet, ist in Kalifornien jetzt sogar Klage gegen das Amnestieprogramm der RIAA wegen irreführender und unfairer Geschäftspraktiken eingereicht worden.
Die ganze Aktion könnte in den USA also zu einer gewaltigen Prozesslawine führen, vorausgesetzt die Personen, die jetzt ins Visier der Musikindustrie geraten sind, lassen sich die drastischen Maßnahmen nicht einfach gefallen. Fortsetzung folgt. Bestimmt.
(ur)

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