Schweizer Ifpi bittet DJs zur Kasse

Der Tonspion Wochenrückblick

Die Schweizer Ifpi bittet diesmal nicht die Filesharer sondern die DJs zur Kasse, die britischen Indpendent Labels waren noch nie so erfolgreich wie im Jahr 2006 und Zune, der neue MP3-Player von Microsoft hat Startschwierigkeiten.

Diese Woche ließ die Schweizer IFPI mit einer Aktion aufhorchen, die etwa nicht die Internetpiraten betrifft, sondern die DJs. Warum? Die IFPI hat einen Warnbrief an rund 200 DJs verschickt, in dem sie diese dazu auffordert, die ?Rechte der Tonträgerproduzenten und der ausübenden Künstler zu erwerben?. Das heißt nichts anderes, als dass DJs für das Kopieren eines Tonträgers ? beispielsweise für das Anlegen einer Best-Of-Zusammenstellung oder für das Auflegen mit von CD kopierten MP3 Files - eine Gebühr in Höhe von 2000 Franken zu zahlen haben! Dies beinhaltet auch Promo-CDs, die DJs oft anlegen, um einen Job in einem Club zu bekommen.

DJ-Sets für Websites dürfen Ausschnitte von maximal 60 Sekunden beinhalten, sind also de-facto verboten. Und damit man weiß, wem man diesen Schwachsinn zu verdanken hat, wird man auch noch gezwungen für jede Hörbprobe im Internet einen Link zur IFPI-Website zu setzen. Bei Verletzungen einer dieser Regelungen werden Geldstrafen in Höhe von 5000 Franken fällig. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis in Deutschland ähnliche Gängelungen für DJs eingeführt werden, wie Sascha Kösch von der De-Bug befürchtet. Bis dahin heißt es für DJs: back to the roots. Für das Auflegen mit Vinyl müssen diese absurden Gebühren nicht bezahlt werden.

Wie BBC News berichtete, war 2006 ein sehr erfolgreiches Jahr für die Independent Labels in Großbritannien, denn mehr als zwei Drittel der Tonträger, die über 60.000 Stück absetzten und infolge dessen mit der Silver Disc ausgezeichnet wurden, kamen von Independent Labels. Die absoluten Top-Seller waren natürlich die Arctic Monkeys. Jarvis Cocker, Elbow und zwei frühe Snow Patrol Alben brachten es bis zur Silver Disc. Über 100.000 und damit Gold-Status erreichten Künstler wie Paul Weller, Morissey, Babyshambles und Embrace. Die Association of Independent Muisc (AIM), die oben genannte Zahlen veröffentlichte, ist auch sehr optimistisch, was das Jahr 2007 anbelangt. Die AIM setzt dabei auf Künstler wie Bloc Party oder Enter Shikari.

Noch hat Microsoft keine offiziellen Zahlen veröffentlicht, aber laut Digital Music News sind die Verkäufe des Zune-Players bisher äußerst schwach. Um dies zu untermauern, hat die Digital Music News Research Group ein Monitoring durchgeführt, das die Installationshäufigkeit von Digital Music Applications zählte. Das Ergebnis für Zune: im November waren lediglich 0,05% und im Dezember 0,22% der untersuchten Computer mit Zune Marketplace bestückt. Im Vergleich dazu: bei iTunes waren das im November 25,83% und im Dezember 26,59%. Digital Music News schließt daraus, dass dem Ecoystem Zune/Zune Marketplace ein ?bisschen der Markt ausgeht?. Die Studie gibt auch Aufschluss über den Installations-Level von P2P-Clients: LimeWire ist dabei die Nummer eins, mit 18,92%. BearShare, Kazaa und Morpheus liegen unter 2%. Der BitTorrent-Client Azareus wird immer beliebter und liegt bei 3,13%.

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