So war das Modular Festival 2016 in Augsburg

AnnenMayKantereit überraschten als Secret Headliner

Das vergangene Wochenende stand in Augsburg ganz im Zeichen des Modular Festivals. Von Donnerstag bis Samstag gaben sich gestandene Acts und lokale Bands die Klinke in die Hand, als Secret Headliner überraschten AnnenMayKantereit am letzten Abend.

Das Modular Festival 2016 in Augsburg (Foto: M.Seeleitner)

Das Modular in Augsburg ist eine kleine Oase inmitten der großen, kommerziellen Festivalwüste in Deutschland. Das vom Stadtjugendring Augsburg (SJR) organisierte Festival bekommt nur geringe Zuschüsse der Stadt und finanziert sich hauptsächlich über Sponsoren, Tickets und den Standgebühren auf dem Gelände. Mittlerweile findet es im Wittelsbacher Park, einer der größten Grünflächen der Stadt, statt. Im Schatten des Hotelturms feierten am Wochenende 30.000 Besucher, jeder Tag war ausverkauft.

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Vom Hotelturm hatte man den besten Blick auf die kleine Bühne (Foto: M. Seeleitner)

Bei Open-Air-Festivals spielt natürlich immer das Wetter eine besondere Rolle. Und während große Teile Deutschlands an diesem Wochenende im Unwetterchaos versanken, meinte es der Wettergott gut mit den Augsburgern, denn bis auf vereinzelte Tropfen machten die Regenwolken einen weiten Bogen um die Fuggerstadt. So konnten die Konzerte bei bestem Wetter genossen werden. Der Donnerstag hatte abends mit einer hervorragenden Show von Get Well Soon bereits eines der Highlights zu bieten.

Konstantin Gropper spielte am ersten Abend mit seiner Band Get Well Soon (Foto: M.Seeleitner)

Die große Bühne im Park stand am Freitag dann ganz im Zeichen des Hip-Hop. Mit Neonschwarz, Weekend, Fatoni, Chefket und eRRdeKa gaben sich aufstrebende deutsche Rap-Acts gegenseitig das Mikro in die Hand. Neonschwarz machten nachmittags bereits ordentlich Stimmung, Chefket überzeugte mit sehr viel Charme und äußerst tighten Live-Skills und eRRdeKa beschloss den Abend mit einer besonderen Show, da er sich orchestrale Unterstützung vom Puppet On A String Orchester holte. Fatoni hatte zuvor beinahe ein Heimspiel, denn der Münchner war lange Schauspieler am Augsburger Theater. Er begeisterte mit Publikumsnähe und einem Freestyle.

Fatoni schnappte sich Fan-Utensilien und machte einen grandiosen Freestyle-Rap daraus (Foto: M.Seeleitner)

Am letzten Tag schallten dann wieder mehr Gitarren über das Gelände. Am späten Nachmittag brachten die Algerier von Imarhan auf der Club Stage das Publikum mit ihrem energetischen Sound zum Schwitzen. Auf der Hauptbühne heizten dann beispielsweise Schmutzki und Feine Sahne Fischfilet ordentlich ein. Hier wurden auch trotz erhöhter Kontrollen einige Bengalos im Publikum gezündet. Wie auch viele andere Künstler auf dem Festival nutzten Feine Sahne Fischfilet die Plattform, um gegen die AfD und Fremdenfeindlichkeit aufzurufen.

Was während des Festivals bereits immer lauter gemunkelt wurde, wurde dann am Samstag um 22 Uhr zur Gewissheit: AnnenMayKantereit kamen als Secret Act auf die Bühne. Letztes Jahr waren die Senkrechtstarter bereits auf dem Modular zu Gast, mussten ihr Konzert aber aufgrund eines Unwetters abbrechen. Sie versprachen, dass sie wiederkommen werden und lösten dieses Versprechen nur ein Jahr später ein. Ein würdiger Festivalabschluss.

Henning May und seine Jungs hielten ihr Versprechen (Foto: M.Seeleitner)

Neben den Konzerten, welche sich auf vier Bühnen verteilten, bot das Modular aber auch viele Workshops, DIY-Stände, Ausstellungen, Kurzfilme, eine Plattform für Graffitikünstler und eine Funsport-Anlage mit Dirt-Park und Miniramp. Dort zeigten lokale und internationale Größen der BMX-Szene im Rahmen der Ex&Hop-Wettkampf-Serie ihr Können. Der weltweit stattfindende Contest machte an diesen drei Tagen das beschauliche Augsburg zum Hotspot der Funsportler.

Von Donnerstag bis Samstag gab es spektakuläre Flugeinlagen auf zwei Rädern zu bestaunen (Foto: M.Seeleitner)

Das Modular 2016 bot eine tolle Mischung aus Musik, Sport und Kultur in einer natürlichen, familiären Atmosphäre. Die Organisation gestaltete sich überwiegend professionell, nur in Sachen Toiletten und Essensstände könnte nächstes Jahr noch eine Schippe drauf gelegt werden. Zur Abendessenszeit musste man schon sehr lange anstehen, vielleicht wurde aber auch nicht damit gerechnet, dass alle drei Tage komplett ausverkauft sein würden. Da die Popularität des Festivals aber weiter steigen wird, sollte sich auch die Stadt ein bisschen mehr um sein popkulturelles Aushängeschild kümmern und den Stadtjugendring intensiver unterstützen. Es lohnt sich allemal.

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