Soundcloud verhandelt mit Major Labels

Der Anfang vom Ende der Audio-Plattform?

Soundcloud hat ein Problem: das Berliner Startup ist zu schnell zu groß geworden. Jede Minute wird inzwischen rund 12 Stunden Musik auf die Server geladen - nicht alles auf legaler Basis. Um einer Klage zuvor zu kommen bietet Soundcloud offenbar den Major Labels eine Beteiligung an. 

Wie Bloomberg berichtet, sollen die drei Major Labels Universal Music, Sony Music und Warner Music jeweils 3-5 Prozent Anteile am Unternehmen erhalten und im Gegenzug Soundcloud nicht juristisch belangen, wenn unlizenziertes Material von Usern hoch geladen wird. 

In letzter Zeit verstärkten sich die Anzeichen dafür, dass Soundcloud Druck aus den Rechtsabteilungen der Labels bekommt, so wurden immer wieder DJ-Mixes gesperrt, weil einzelne Tracks nicht lizenziert wurden. Auch für Remixe muss man sich das Ok vom Urheber einholen.

Aber offenbar funktioniert der Copyright-Filter von Soundcloud nur unzureichend, so wurden beispielsweise auch Tracks des Musikers Snax immer wieder ohne Begründung gesperrt, obwohl es sich um seine eigene Musik handelte. Kürzlich wurde sogar auf Betreiben eines Labels ein ganzer Nutzer-Account gesperrt.

Dabei hatten DJs und Musiker den Hype um Soundcloud als "YouTube für Audio" erst begründet. Inzwischen wandern viele zu anderen Plattformen wie Mixcloud ab.

Was die Beteiligung der Major-Plattenfirmen genau bedeutet, wird sich erst noch herausstellen. Bisher arbeitet Soundcloud noch nicht profitabel, es ist also zu erwarten, dass der Druck steigen wird, mit der populären, aber auch kostenintensiven Plattform Geld zu verdienen - und an die Künstler und Plattenfirmen weiterzuleiten. Offizielle Statements gibt es zu dem Deal zwischen Soundcloud und den Major Firmen bislang keine. 

Soundcloud wurde 2007 von den beiden Schweden Alexander Ljung und Eric Wahlforss in Berlin gegründet und sollte Musikern eine einfache Möglichkeit bieten, ihre Musik im Netz anzubieten und zu verschicken. 2014 wurde das Startup mit rund 700 Millionen Dollar bewertet.

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