Spotify löscht Musik von XXXTentacion und R. Kelly aus allen Playlists

Weitere Künstler könnten folgen

Eine neue Spotify-Richtlinie verbannt straffällige Künstler aus sämtlichen Playlists. Betroffen sind unter anderem R. Kelly sowie der US-Rapper XXXTentacion.

Wie geht man als Streamingdienst mit Musikern um, die wegen schwerer Vorwürfe vor Gericht stehen? Muss man überhaupt Positition beziehen? Spotify sieht das so und stellt neue Regeln für den Umgang mit umstrittenen Künstlern auf.

„While we don’t believe in censoring content because of an artist’s or creator’s behavior, we want our editorial decisions - what we choose to program - to reflect our values. So, in some circumstances, when an artist or creator does something that is especially harmful or hateful (for example, violence against children and sexual violence), it may affect the ways we work with or support that artist or creator.“

Quelle: spotify.de

In einer neuen Mitteilung erklärt das schwedische Unternehmen, in Zukunft anders mit der Musik von Künstlern umzugehen, die wegen Missbrauch oder Gewaltverbrechen im Verdacht stehen. So wurden nun alle Songs von R. Kelly und XXXTentacion aus den von Spotify kuratierten Playlists entfernt – dazu zählen Genre-Listen oder der Mix der Woche. Die komplette Diskographie ist zwar weiterhin über die Künstlerseite abrufbar, doch gerade jene Playlists sind zu einem der wichtigsten Marketing-Instrumente geworden.

R. Kelly wird seit Jahren angelastet, junge Frauen sexuell missbraucht und genötigt zu haben. XXXTentacion steht dagegen wegen schwerer Gewaltverbrechen gegen eine schwangere Frau vor Gericht.

Ferner behält sich Spotify vor, sogenannten „Hate-Content“ von der Plattform zu entfernen. Schon im letzten Jahr sollen Kataloge von Musikern mit rechtsextremen Verbindung gelöscht worden sein. Es wird sich zeigen, ob in Zukunft auch Titel mit grenzüberschreitenden Texten davon betroffen sein könnten.

Statt betreffende Künstler einfach aus seinen populären Playlists zu löschen, übt Spotify nun also direkt Zensur auf seiner Plattform aus. Ein schwerwiegender Schritt, dem nun auch andere Streamingdienste gefolgt sind.

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