Streamingdienst Tidal am Ende?

Jay-Z soll über Aufgabe nachdenken

Nur vier Monate nach dem spektakulären Start von Jay-Zs Streamingangebot Tidal ist, denkt der Rapper daran, sein Engagement zu beenden. Offenbar ist das Spielzeug schlicht zu teuer geworden. 

Mit großem Getöse und noch größeren Worten startete Jay-Z seinen Streamingdienst Tidal Ende März und holte dafür 16 befreundete Superstars mit an Bord, die er als Teilhaber vorstellt hatte. Die Rechnung schien einfach: hol ein paar bekannte Stars an Bord und sorge dafür, dass ihre Millionen Fans auch zu Fans und Nutzern von Tidal werden. Doch sie ging nicht auf. 

Ganz im Gegenteil, der sehr durchschaubare PR-Stunt ging voll nach hinten los, die Fans rebellierten mit dem Hashtag #Fucktidal gegen die "exklusiven" Releases, die Tidal ausschließlich zahlenden Mitgliedern zugänglich machen wollte. Um damit Fans ein Abo aufzudrücken.


Mit exklusiven Releases wollte Jay-Z Tidal zum Erfolg führen. 

Vielleicht hätte man vorher ein paar Hausierer fragen sollen, wie das mit dem Abo verticken eigentlich so läuft. Vor allem, wenn es bereits zahlreiche andere Streaminganbieter gibt, die im Grunde genau dasselbe bieten, nur unter anderem Namen. Tatsächlich hatte Jay-Z einfach den norwegischen Anbieter Wimp gekauft - in Norwegen der Marktführer im Streaming -, ihm einen neuen Anstrich verpasst und das ganze dann als neu und revolutionär verkauft. Und sich damit nun voll in die Nesseln gesetzt.

Zudem hat er nun mit einer Klage des Labels Cash Money zu tun, das Tidal auf 50 Millionen Dollar verklagt wegen der angeblich unrechtmäßigen Veröffentlichung eines Albums von Lil Wayne. Andere Künstler, die beim Launch noch ihr Gesicht für Tidal in die Kamera hielten, haben längst ihre Unterstützung zurück gezogen. Drake hatte sich sogar auf die Seite des großen Konkurrenten Apple Music geschlagen und dessen Launch unterstützt. 

Vielleicht war der Plan von Jay-Z seinen Dienst an einen der großen Konkurrenten, Spotify oder Apple zu verkaufen und mit exklusiven Releases seiner berühmten Kollegen zu winken. Doch dieser Plan ist nicht aufgegangen. Ende Juni hatte Tidal nicht einmal eine Million Abonnenten. Viel zu wenig, um langfristig Gewinn zu machen. Bislang zahlt Jay-Z alles aus eigener Tasche. Dass nun auch noch Apple ein eigenes Angebot gestartet hat, dürfte die Zukunftsaussichten für Tidal nicht rosiger machen. Insider-Gerüchten zufolge möchte Jay-Z das Experiment Tidal lieber früher als später beenden, um nicht noch mehr Geld zu verlieren.

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Der nicht enden wollende Versuch, Tidal auf eine Stufe mit Spotify und Apple Music zu bringen dürfte auch „4:44" wieder einige ungerechtfertige Kritik eingebracht haben. Wenige Tage nach Release folgt der Sinneswandel. Jay-Zs 13. Studioalbum steht plötzlich zum kostenlosen Stream bereit. Grund genug Hovas neuestem Werk die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken?