Stromverbrauch senken: Energie sparen im Heimelektronik-Dschungel

Geld sparen und Umwelt schonen

Immer mehr elektronische Geräte erleichtern uns den Alltag. Oftmals wird aber vergessen, dass diese auch im Stand-By-Modus enorme Stromfresser sein können. Wir stellen euch die schlimmsten Verbrauchssünder vor und geben Tipps, wie ihr effektiv Strom und Geld sparen könnt. 

Smart-Geräte sind längst nicht mehr nur etwas für Nerds und Technik-Begeisterte, sondern erhalten mittlerweile Einzug in viele normale Haushalte. Ob es nun Smart-Speaker im Stile des Amazon Echo, oder die app-gesteuerte Kaffeemaschine sein mag - viele von uns greifen mittlerweile auf kleine Alltags-Helfer zurück und vergessen dabei scheinbar, dass jedes dieser "schlauen" Geräte zusätzlich Strom frisst. 

Die Vergleichsplattform Verivox hat neun Stromspar-Tipps zusammengestellt:

  1. Heizung: Austauschen der Heizungspumpe spart am meisten Strom
  2. Strom sparen im Wohnzimmer: Stromfresser mit Funksteckdose abstellen
  3. Kühlschrank: Clever füllen, schnell schließen und optimalen Standort wählen
  4. Backofen: Frühzeitig abschalten und auf Vorheizen verzichten
  5. Herd und Kochen: Töpfe in der passenden Größe verwenden und Restwärme nutzen
  6. Cleveres Timing: Energieintensive Geräte nachts laufen lassen
  7. Waschmaschine: Den richtigen Waschgang wählen und auf einen Trockner verzichten
  8. Beleuchtung: Alte Glühbirnen durch energieeffiziente und langlebige Energiesparlampen ersetzen
  9. Stromkosten sparen: Stromanbieter wechseln und besseren Stromtarif wählen

Quelle: Verivox

Und auch wenn momentan alle Zeichen auf Digitalisierung und technischer Zukunft stehen mögen, muss man auch einfach mal die Frage stellen: "Alexa, wieso verbrauche ich so viel Strom?".

Stand-By - Teuer bezahlter Komfort

Ein erhöhter Stromverbrauch kann viele Gründe haben, wir wollen uns jedoch auf einen Problembereich konzentrieren, der insbesondere in der heutigen Zeit oftmals in Vergessenheit gerät: Leerlaufverlust. Besser bekannt unter dem Stand-By-Problem, werden hierbei alle Geräte zusammengefasst, die massig Strom verbrauchen, auch wenn sie gar nicht angeschaltet sind. 

Das kleine rote Licht als Sinnbild des hohen Stromverbrauchs? (Credit: Drew Beamer / Unsplash)

Klar, so ein "Bereitschaftsmodus", der uns erlaubt Fernseher, Stereoanlage & Co. per Knopfdruck innerhalb von einer Sekunde einsatzbereit zu haben, ist definitiv komfortabel. Dennoch müssen wir uns vielleicht selbst öfter fragen, bei welchen Geräten wir diese Funktion denn wirklich benötigen. Muss der Fernseher wirklich innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit sein, oder wäre hier nicht doch etwa eine kleine Wartezeit verschmerzbar, wenn sich am Ende des Jahres ein bisschen mehr Geld auf dem Konto befindet?

Eine durchschnittliche, dreiköpfige Familie hat jährlich "Stand-By-Kosten" in Höhe von ca. 100€. Rechnet man diesen Betrag auf die Monate herunter, so mögen 8,30€ noch nicht für jedermann eine große Motivation darstellen, drastischer wird es jedoch, wenn man das Ganze hochskaliert. Ganz Deutschland hat einen Leerlaufverlust von ca. 22 Milliarden kWh pro Jahr. Umgerechnet müssen hierfür zwei Atomkraftwerke mehr betrieben werden. 

Die größten Stromfresser

Wir alle sind Musikliebhaber und der ein oder andere dürfte wohl auch eine hochwertige Hi-Fi-Anlage sein Ein und Alles nennen. Aber sind wir ganz ehrlich, die meisten hören wohl kaum zu 10 verschiedenen Zeitpunkten am Tag Musik und könnten damit getrost auf einen Stand-By-Modus verzichten. Denn dafür, dass die Anlage auf Knopfdruck bereit ist, zahlen wir am Ende des Jahres ca. 16€, bei manchen Modellen sogar bis zu 35€.

Gleichzeitig kann hier jedoch mit einem Mythos aufgeräumt werden. Wo Fernseher früher noch zu den größten Leerlauf-Verbrechern gehörten, haben die Hersteller heutzutage einen guten Weg gefunden.Der Fernseher, der so oft als Aushängeschild für die Stand-By-Thematik verwendet wird, ist also längst nicht mehr der Schuldige. Anders sieht es da leider mit Receivern und DVD-, Blu-Ray- bzw. Festplatten-Rekordern aus, die mit zu den größten Stromfressern gehören.

Nein, Fernseher und Spielekonsole sind tatsächlich nicht die größten Stromfresser. Die Schuldigen befinden sich an anderer Stelle. (Quelle: Initiative Energieeffizienz dena / stromeffizienz.de)

Ein großes Problem besteht darin, dass Kleinigkeiten oftmals vergessen werden. So beziehen manche Handyladegeräte beispielsweise dauerhaft Strom, so lange sie sich in der Steckdose befinden - auch, ohne dass das Smartphone gerade geladen wird. Das Ladekabel stets einsatzbereit zu haben mag zwar komfortabel erscheinen, erhöht die jährliche Stromrechnung aber schnell um einen unnötigen Betrag.

Viele Haushaltsgeräte arbeiten zudem mit einem "Schein-Aus"-Modus. So hat eine Waschmaschine zwar oftmals einen Drehregler mit einer "Aus"-Option, doch auch in diesem Modus wartet die Maschine lediglich auf neue Befehle und ist nicht tatsächlich vom Stromnetz getrennt. In manchen Fällen hilft also tatsächlich nur die drastische Methode: Stecker ziehen.

Tipps & Tricks: So reduziert ihr euren Stand-By-Verbrauch

Man sollte sich immer grundlegend Gedanken machen, welche Geräte tatsächlich dauerhaft einsatzbereit sein müssen. Denn wer seine Stereoanlage, Fernseher oder Spielekonsole nur selten nutzt, der kann diese auch einfach komplett vom Stromnetz trennen. Da keiner von uns jedes Mal den Stecker seiner Geräte ziehen möchte, kann man hierfür natürlich auf Steckdosenleisten mit eigenem Ein-/Aus-Schalter zurückgreifen. Diese verbrauchen zwar selbst auch Strom, dabei handelt es sich aber nur um einen kleinen Bruchteil des Verbrauchs der anderen Geräte.

Gerade für Arbeitsplätze oder Fernseher-HiFi-Kombinationen macht eine sogenannte Master/Slave-Steckdose Sinn. Diese Art der Steckdosenleiste verfügt über einen "Master"-Steckplatz und mehrere "Slave"-Steckplätze. Die "Slave"-Steckplätze werden jedoch nur mit Strom versorgt, insofern das "Master"-Gerät eingeschaltet wird. Beispiel: Monitor, Drucker und Boxen werden erst dann mit Strom versorgt, wenn der PC tatsächlich hochfährt und verbrauchen somit 95% weniger Leerlauf-Strom.

Tipps & Tricks:

  • Geräte komplett vom Stromnetz trennen (Stecker ziehen, alternativ Steckdosenleiste mit eigenem Schalter verwenden)
  • Geräte wie W-Lan-Router nachts trennen bzw. mit Zeitschaltuhren versehen
  • Akkugeräte vom Netz trennen (Laptop nicht über Nacht am Ladegerät lassen)
  • Beim Neukauf darauf achten, dass Geräte ein physischen "Aus"-Schalter haben
  • Mit einem Strommessgerät den Verbrauch einzelner Geräte überprüfen