Studie: MP3 stärkt neue Künstler

Eine aktuelle Studie der Universitäten Connecticut und Buffalo beschäftigt sich mit der Frage, ob Internet und MP3 wirklich für die Umsatzeinbußen der Musikindustrie verantwortlich zu machen sind. Ihr Ergebnis: nicht wirklich.

Zwar habe das Vorhören von Musik übers Internet den Effekt, dass vor allem Alben von Superstars nicht mehr ganz unkritisch gekauft werden, gleichzeitig sei aber auch zu beobachten, dass viele unbekannte Künstler auch dank Unterstützung aus dem Netz überhaupt den Weg in die Charts finden. Die Wissenschaftler untersuchten die Entwicklung der US Billboard Charts der letzten zehn Jahre und stellten fest, dass heute fast 50 Prozent mehr neue Künstler in die Charts einsteigen, als früher. Vor allem in der Zeit als Napster ganz hoch im Kurs stand, sei eine deutliche Entwicklung in diese Richtung zu verzeichnen, während die etablierten Stars an Boden verloren.

Die Erklärung der Forscher dafür ist, dass die Konsumenten früher die Platten von bekannten Stars eher blind gekauft hätten, während man neue Künstler erst einmal entdecken musste. Durch die Möglichkeit Alben etwa auf den MP3 Tauschbörsen vorzuhören, könne man auch schlechte Alben von etablierten Größen schnell ausfiltern und neue Künstler durch die Vielzahl der neuen Internetkanäle entdecken.

Eine Studie des Marktforschungsinstituts Jupiter besagt ausserdem, dass Besucher von MP3 Tauschbörsen in letzter Zeit mehr Geld für Musik ausgeben, als Internet-Nutzer, die keine MP3 aus dem Netz ziehen. Die Forscher begründen diese Entwicklung damit, dass das Brennen von Musik auf CD vielen zu umständlich sei, die Beschäftigung mit Musik an sich aber das Interesse für neue Platten steigere.

Dem widerspricht die Vereinigung der Plattenindustrie, die den Forschern methodische Fehler und falsche Schlussfolgerungen vorwerfen. Allerdings bemüht auch die Musikindustrie immer wieder die alte Milchmädchenrechnung, jeder Download sei eine verkaufte Platte weniger. Im Konflikt der unterschiedlichen Interessen liegt die Wahrheit also weiterhin im Dunkeln. (ur)

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