Studie: Musikpiraten sind die besten Kunden

Wer mehr Musik lädt, kauft auch mehr

In unserer Reihe "Jedem seine Studie" gibt`s heute die Folge: Warum sich die Musikindustrie ins eigene Fleisch schneidet. Statt nämlich Nutzer von Tauschbörsen zu verklagen, müsste sie erkennen, dass genau diese Gruppe zu ihren wichtigsten Kunden gehört. Meint das britische Marktforschungsunternehmen The Leading Question.

In der jüngsten Studie wurde das Konsumverhalten von Musikfans untersucht. Dabei stellten die Forscher fest, dass Filesharer rund viereinhalb mal so viel in legale Downloads investieren, als der Rest. "Es ist ein Mythos, dass alle illegalen Downloader darauf versessen seien das Gesetz zu brechen, um an gratis Musik zu kommen", so zitiert BBC News den Marktforscher Paul Brindley.

Menschen, die regelmäßig Tauschbörsen nutzen, geben pro Monat im Schnitt 8 Euro für Musik aus, während die anderen nur rund 1,84 Euro in Musik investieren. Das belegt auch die These, dass sehr wohl eine Zahlungsbereitschaft bei Tauschbörsennutzern vorhanden ist. Doch das Geld sitzt eben nicht so locker, wie man sich das vielleicht auf Seiten der Industrie wünschen würde. Dazu kommt, dass auch MP3 Player, Computer und andere Gadgets ihren Preis haben, so dass dem Produkt Musik immer mehr Konkurrenzprodukte das Wasser abgraben.

Der Sprecher der britischen Musikindustrie Matt Philips begrüßte zwar die Ergebnisse der Studie, bemäkelte aber im gleichen Atemzug, dass Filesharer viel zu wenig Geld für Musik ausgeben würden. Die Nutzer dürften sich davon aber recht wenig beeindruckt zeigen. Ebenso wenig wie von der Hoffnung der UMTS-Lizenzinhaber, dass der mobile Musikvertrieb die Zukunft sein wird. Denn laut Umfrage zeigten nur acht Prozent aller Befragten ein Interesse für MP3-fähige Mobiltelefone, während rund ein Drittel sich spätestens im nächsten Jahr einen MP3 Player kaufen möchte. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten, doch er ist anscheinend viel langsamer, als uns das viele Hypes in letzter Zeit weis machen wollen. (ur)

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