Studie: Unsere Nutzerdaten sind schuld am Pop-Einheitsbrei im Radio

„Was der Bauer nicht kennt...“

Shazam, iTunes oder Spotify sind Alltag für Musikliebhaber. Sie sind aber auch ein Grund für die musikalische Eintönigkeit der deutschen Radiolandschaft über die sich eben diese Musikliebhaber aufregen. 

Radiomusik nervt euch?! Ihr seid der Meinung dort würden sowieso immer nur die gleichen 25 Tracks rauf und runter gedudelt, bis sie wirklich auch dem letzten zum Hals raushängen?! Jetzt könnte ein Jeder die Sender selbst dafür verantwortlich machen, oder man fasst sich einfach mal an die eigene Nase. Denn auch unser Nutzerverhalten bei Musik-Apps wie Spotify, Shazam oder iTunes und die daraus erhobenen Daten haben Schuld am Radio-Einheitsbrei.

Credit: Statista
Credit: Statista

Radio ist und bleibt eins der beliebtesten Medien in Deutschland

Die Musik-Rotationen der Radiostationen basiert zum Großteil auf wöchentlich durchgeführten telefonischen Nutzerumfragen. Dabei werden bis zu 40 Songs 30 Sekunden lang angespielt und der Konsument am anderen Ende der Leitung soll sich daraus eine Meinung zum Song bilden. Der Einfluss der Musikchefs in Mainstream-Sendern geht genau soweit, wie die Ergebnisse genau dieser Umfragen es zulassen.
Schließlich möchten sie ja einen Großteil ihrer sogenannten "Stammhörer" zufriedenstellen. Raum für Experimente: Fehlanzeige!

Statistiken und Umfragen zu Radio und Rundfunk in Deutschland

So ist es keine Überraschung, dass seit etlichen Jahren zahlreiche Studien beweisen: Zeitgenössische Popmusik wird lauter und facettenärmer. Sie klingt oftmals austauschbar. Die Erklärung ist so einfach wie traurig: Radio ist ein Nebenbei-Medium und je einfacher ein Song desto seltener nervt er. Zudem mag das Hirn alles was ihm bekannt vorkommt. Der Bauer isst halt nur das was er kennt. "The Atlantic" hat einige interessante Fakten dazu in einem Video zusammengestellt:

 

Why do people like to hear the same songs over and over again? The science of pop music, explained.

Posted by The Atlantic on Donnerstag, 5. März 2015

 

Mit diesen aus Musik-Apps generierten Nutzerdaten wissen vor allem die Plattenfirmen eine Menge anzufangen. Bei Shazam mal fix geschaut, wie der Song heißt, den ich da gerade gehört habe und ab auf die Playlist damit. Logisch, dass sich Labels die größte Mühe geben genau diese präferierte Soundfarbe unter anderem Namen immer wieder anzubieten.

Die Genrereichweite grenzt sich damit automatisch weiter ein und daran sind somit nicht nur Radiosender oder Labels schuld, sondern eben auch die Hörer selbst. Sie verlangen immer wieder nach dem gleichen Sound und der wird ihnen dann auch genüsslich serviert.

Und wie sich das anhört, ist Woche für Woche zu hören in den deutschen Singlecharts

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