Sven Regener über GEMA und YouTube

"Die Leute sollen sich ihre Lieder von Kim Schmitz vorsingen lassen"

Sven Regener sollte beim Radiosender Zündfunk ein Statement zum Thema Urheberrecht abgeben. Der Autor ("Herr Lehmann") und Songschreiber (Element of Crime) lieferte darauf hin ein fünfminütiges druckreifes und leidenschaftliches Statement zur aktuellen Situation der Musikbranche ab. 

"Ein Geschäftsmodell, das darauf beruht, dass diejenigen, die den Inhalt liefern nichts bekommen, das ist kein Geschäftsmodell, das ist Scheiße". So klar und deutlich äußert sich Sven Regener zur aktuellen Diskussion um Youtube ("Google") und die GEMA ("wir") und weist auch darauf hin, dass sich kaum ein Künstler derzeit traue, das offen auszusprechen, weil man dann schnell als uncool gelte.

Sven Regener muss nun im 27. Jahr seiner Band und nach mehreren Bestsellern niemandem mehr seine Coolness unter Beweis stellen und spricht das aus, was viele Künstler und Kreative denken. "Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert", sagt Regener und wehrt sich gegen das "Subventionstheater", welches die einzige Konsequenz sei, wenn die Leute nicht bereit seien, für ihre Musik zu bezahlen. Es gebe de facto keine eigene Musik für junge Leute mehr, da die ganzen kleinen Labels in den letzten zehn Jahren gestorben seien. "Es gibt nur noch Volksmusik, deutscher Schlager und Rockmusik für die Älteren, der Rest ist schon tot". 

An erster Stelle müsse ein milliardenschwerer Konzern wie Youtube bzw. Google die Künstler für jeden Klick bezahlen und so lange dies nicht geschehe, sehe er auch nicht ein, seine Musik bei Youtube zu veröffentlichen. Den Freunden der Piratenpartei empfiehlt Regener indessen, sich ihre Lieder von Kim Schmitz (Megaupload) vorsingen zu lassen. 

Das ganze Statement gibt's bei Zündfunk zum Download. Kostenlos und ohne Gema-Gebühr.

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