Tipps zur Steuererklärung für DJs und Musiker

Es gibt eine Menge Leute auf der Welt, die professionell Musik machen möchten. Wenn sie jedoch beginnen, mit der Musik Geld zu verdienen, stellt sich die Frage, wie dieser Verdienst in der Einkommenssteuererklärung auftauchen muss. Hier ein paar Informationen, die Musikern und DJs helfen können, sich im Steuerdschungel zurecht zu finden.

Anmeldung und Tätigkeiten

Musik kann man auf vielfältige Weise machen. Zum Beispiel als DJ, Solo-Künstler, Musiker in einer Band, Songschreiber oder Background-Sänger. Viele Menschen ergreifen zunächst einen „normalen“ Beruf, üben aber Musik in ihrer Freizeit aus. Wenn sie damit anfangen, die ersten Gagen zu bekommen, tauchen jedoch einige Fragen auf.

Wenn jemand eine selbstständige Tätigkeit als Musiker aufnimmt, muss er diese bei den Behörden anmelden. Gewerbetreibende melden sich bei ihrer Gemeinde an, diese gibt die Anmeldung an die Finanzbehörden weiter. Grundsätzlich sind die Arten der Einkünfte, die für die Einkommenssteuer relevant sind, sehr verschieden. Darunter fallen laut Paragraf 2 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) beispielsweise Einnahmen aus selbstständiger, insbesondere freiberuflicher Arbeit, aber auch solche aus nichtselbstständiger Arbeit.

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Neben diesen zwei Fällen ist ein dritter typischer Fall aus Sicht der Finanzbehörden möglich, nämlich ein Gewerbebetrieb, aus dem Einnahmen erzielt werden. Aus diesen Feststellungen ergibt sich bereits, dass viele Musiker oder DJs eine Steuererklärung abgeben müssen.

Gewinnerzielungsabsicht

Das sperrige Wort „Gewinnerzielungsabsicht“ aus dem Beamtendeutsch sagt eigentlich ziemlich gut aus, worum es den Finanzbehörden bei der Besteuerung geht. Wer als DJ oder Künstler einen Gewinn erzielt, der muss sich anmelden und Steuern zahlen. Dafür wird er aufgrund verschiedener anderer Merkmale (beispielsweise verheiratet oder ledig) in eine der deutschen Steuerklassen eingeteilt.

Eine Anmeldung mit einem Gewerbeschein für etwa 35 Euro (bei Gewerbe- oder Ordnungsamt) und eine seriöse Gewinnangabe müssen auf jeden Fall sein. Denn ansonsten begeht ein Musiker, Sänger oder DJ Steuerhinterziehung. Er kann nach den Paragrafen 370 und 370a der Abgabenordnung (AO) dann bis zu zehn Jahre ins Gefängnis wandern oder muss ein empfindliches Bußgeld zahlen.

Künstler als Kleinunternehmer

Wer als selbstständiger oder freiberuflicher Musiker einzelne Auftritte mit verschiedenen Anfahrtswegen und unregelmäßig wechselnden Ausgaben zu verzeichnen hat, muss verschiedene Posten in der Steuererklärung angeben. Hierbei fällt es zuweilen schwer, die Übersicht zu behalten.

Hat der Musiker oder DJ im vorhergehenden Jahr als "Kleinunternehmer" nicht mehr als 17.500 Euro verdient und sind die voraussichtlichen Einnahmen nicht höher als 50.000 Euro im folgenden Kalenderjahr, muss man die USt nicht abführen, darf sie aber auch nicht mehr erheben. 

Speziell entwickelte Software von Anbietern wie Lexware oder anderen Entwicklern unterstützt die Künstler dabei, die notwendigen Steuererklärungen auch ohne teuren Steuerberater korrekt beim Finanzamt einzureichen. Dabei gibt es Anwendungen für die Einkommenssteuererklärung selbst oder aber für Musiker, die sich selbstständig machen, weil sie immer mehr Auftritte bekommen oder sogar international gefragt sind und daher viele Fahrtkosten geltend machen können.

Konkrete Tipps zur Absetzung von Posten

Wer beispielsweise als Musiker zu Beginn Equipment benötigt, weiß genau, dass dies eine Menge Geld kostet. Nicht nur die Instrumente, sondern auch Kopfhörer, Software, Controller und insbesondere auch die Laptops, die einfach die Voraussetzung für gelungene Aufnahmen sind.

Bei der Einkommenssteuererklärung kann man solche Einkäufe meist über drei Jahre hinweg abschreiben. Kostet ein Laptop also 1.500 Euro, kann in drei aufeinanderfolgenden Steuererklärungen jeweils 500 Euro von den zu versteuernden Einkünften abgezogen werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei Musikern ist die Fahrtkostenpauschale. Wenn man viel unterwegs ist, sollte man ein Fahrtenbuch führen. Dabei müssen Datum, Zielort, Anlass, Abfahrtszeit, Rückkehrzeit und die gefahrenen Kilometer eingetragen sein. Am Ende eines Jahres kann man die Kilometer für gefahrene Auftritte summieren. Diese multipliziert man mit 0,3 und erhält die sogenannte Fahrtkostenpauschale, welche geltend gemacht werden kann.

Wer auf nationaler oder sogar internationaler Ebene Bookings hat und viel von seinem Wohnsitz entfernt auflegt oder Musik macht, kann auch die Verpflegungspauschale ansetzen. Wer sich dabei acht Stunden bis einen Tag von seinem Wohnsitz entfernt, der kann zwölf Euro abrechnen. Zieht sich die Reise über mehrere Tage hin, beispielsweise bei einer Tournee im Ausland, können für Anreise- und Abreisetag jeweils zwölf Euro geltend gemacht werden, für jeden vollen Tag dazwischen sogar 24 Euro.

Weitere Tipps zum Thema finden sich beispielsweise auf RP Online.

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