Udo Lindenberg plant Konzert für Flüchtlinge in Berlin

Musiker setzen Zeichen gegen Fremdenhass - Stadt ist noch nicht informiert

Immer mehr Stars machen den Mund auf. Nach Statements von Schauspieler Til Schweiger oder Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, wollen nun auch Udo Lindenberg und andere Deutschrocker ein Zeichen gegen Fremdenhass setzen: ein großes Soli-Konzert am Berliner Reichstag. Stadt und Polizei sind aber noch nicht informiert und halten eine Durchführung für nicht realistisch.

Bild: Tine Acke (via Warner Music)

Der Alt-Rocker plant für den 4. Oktober 2015 ein Konzert in Berlin, um seine Solidarität mit den Flüchtlingen zu bekunden. Ein richtiges Konzept fehlt noch, vieles ist nicht spruchreif. Laut Informationen des Tagesspiegel ist geplant, das Ereignis auf der Wiese vor dem Reichstag stattfinden zu lassen. Sozusagen vor der Nase der Politiker. Bundestagspräsident Lammert hat auch schon sein "ok" für die Nutzung des Geländes vor dem Reichstag erteilt und begrüßt das Engagement des Kult-Rockers. 

Dass es ein Riesenspektakel werden soll zeigt schon die Gästeliste. Es heißt, er bekomme u.a. Unterstützung von den Toten Hosen, Herbert Grönemeyer, Xavier Naidoo, Sido und den Fantastischen 4. Es könnte so etwas wie das Live-Aid des toleranten, weltoffenen Deutschland werden Der Bild-Zeitung gegenüber begründete er sein Engagement:

"Ein klares Bekenntnis ist jetzt wichtig: Wir heißen Flüchtlinge, die Entsetzliches wie Krieg, Tod, Vergewaltigung erlebt haben, willkommen – und wir kümmern uns auch."

Klar ist: wenn Udo Lindenberg die "Bunte Republik Deutschland" ausruft, werden viele Künstler gerne folgen und auf ihre Gage verzichten. Ein genauer Finanzierungsplan steht allerdings noch nicht. Man denke über ein Eintrittsgeld nach, welches anschließend gespendet wird. Möglich wäre aber auch, Sponsoren an Land zu ziehen oder Geld durch den Verkauf von TV-Rechten zu akquirieren.

Doch offenbar weiß der Bezirk und die Polizei noch gar nichts von einer solchen Veranstaltung. Nach Aussage des Stadtrats Carsten Spallek habe sich noch niemand gemeldet und die entsprechenden Anträge gestellt. Die Vorbereitung auf so ein großes Event würden mindestens sechs Wochen beanspruchen.

Es ist also fraglich, ob das Konzert in dieser Form überhaupt stattfinden kann, zumal es derzeit mit Sicherheit zu Gegendemonstrationen der sogenannten "besorgten Bürger" und rechten Gruppierungen kommen dürfte. Wir bleiben am Ball.

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