Unsere Highlights des Reeperbahnfestivals 2017

Das größte Clubfestival Europas ist Geschichte. Es war auch dieses Jahr wieder eine große Bühne für kleine Acts. Wir verraten euch die vielversprechendsten Tipps für die anstehenden Monate.

1. Pabst

Grunge scheint tatsächlich auch 2017 noch zu funktionieren. Jedenfalls so, wie ihn die drei Berliner von Pabst machen. Die Grenzen zwischen dem rotzigen Sound von Noise-Rock, großen Brit-Pop Melodien und lässigen R&B-Rhythmen spielen keine Rolle mehr, wenn sie die Bühne betreten und – entschuldigt die Phrase – abreißen! Zwei Shows der Band haben wir gesehen. Zwei Mal ging es danach verschwitzt und glücklich in die Nacht.

2. Leoniden

Eigentlich schon hinreichend besprochen, muss an dieser Stelle noch mal sichergegangen werden, dass wirklich niemand die Existenz dieser Band verschläft. Fünf Kieler machen sich gerade daran, als Leoniden den deutschen Indie-Rock-Markt auf Links zu drehen. Auf Platte eher zurückhaltend und mainstreamtauglich, beweisen die Leoniden auf jeder Bühne – so auch im Mojo Club auf der Reeperbahn – musikalische Brillanz!

3. Xavier Darcy

Ein weiteres Beispiel dafür, dass voreilige Rückschlüsse von Studio- auf Livesound gefährlich sein können. Schien sein Debütalbum “Darcy” im Erfolgsdrang noch ein wenig charakterlos, überzeugt Xavier Darcy allein mit Gitarre live auf allen Ebenen. Statt hinter Synth-Ebenen und Produktion versteckt, kommt im minimalistischen Setting sowohl seine beeindruckende Stimme als auch sein dynamisches Songwriting voll zur Geltung. Also: Erst intime Akustikshow angucken, dann Platte kaufen und in Erinnerungen schwelgen!

4. Superorganism

Ihr erstes richtiges Konzert in dieser Besetzung, und es war ein voller Erfolg! Superorganism haben wir euch bereits vorgestellt, möchten die Band aber an dieser Stelle nochmal besonders hervorheben. Der frickelige, aufgeregte, hochspannende Elektropop-Entwurf hat schon im Vorfeld des Festivals für aufgeregte Gemüter gesorgt. Dementsprechend hoch war das Aufkommen im Gruenspan. Von dieser Band werden wir einiges erwarten dürfen.

5. Ary

Auf der kleinsten Bühne - der NJoy-Bühne im Herzen des Reeperbahn-Festivals - fanden über die gesamten vier Tage kleine 15-Minuten-Sets der neusten Upcoming-Artists statt. Eine davon ist Ary. Mit wenigen Songs im Gepäck sorgte die schon bei einigen Radiostationen für ordentlich Furore. Der abstrakte Electro-Pop in Kombination mit einer ziemlich einzigartigen, verführerisch-hypnotischer Stimme sind die Grundessenzen von Arys Musik. Das Talent aus dem Norden bitte unbedingt auf dem Zettel haben.

6. Vök

Electro-Garage-Punk?! Poppiger Punk mit Electro- und Postrockanleihen?! All das und noch viel mehr könnte man Vök zuschreiben. Endlich mal wieder eine Band die es versteht, ein Saxophon adäquat in eine Rockformation einzubinden und damit Grenzen pulverisiert. Live ein Fest!

Anchor-Award

An dieser Stelle dürfen wir auch die Gewinnerin des diesjährigen Anchor-Awards nicht vergessen: Jade Bird gewann den Preis, der in dieser Form das zweite Mal für das vielversprechendste Nachwuchstalent verliehen wurde. In der Jury sitzen nur große Namen: Produzentenlegende Tony Visconti (David Bowie/U2), Shirley Manson von Garbage, Emily Haines, BBC-Moderator Huw Stephens und die Band Boy.

Schon zwei Tage vor der Verleihung liefen wir der späteren Gewinnerin in die Arme und sie spielte uns spontan ein Liedchen vor. Wir sind noch immer entzückt und sagen, Danke Jade Bird und herzlichen Glückwunsch!

Mehr dazu: Die besten Festivals im Überblick  | Die vielverprechendsten Newcomer 2017

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