Urheberrecht: Klage der Gema gegen Youtube abgewiesen

Nutzer sind selbst für Inhalt verantwortlich

Es ist ein mittlerweile Jahre andauernder Streit: Muss das VIdeoportal YouTube Geld an die Gema für eingestellten Musikvideos zahlen oder nicht? Heute wurde darüber entschieden.

Am Oberlandesgericht München musste die Verwertungsgesellschaft Gema, in der Tausende Komponisten, Texter und Musikverleger organisiert sind und deren Interessen sie vertritt, eine weitere Niederlage einstecken.

Trifft auf die beiden wohl eher nicht zu...

Die Gema fordert seit Jahren eine Pauschalabgabe für die Musikvideos von Künstlern. Diese Abgabe beläuft sich auf einen von Gema eingeforderten Betrag von 0,375 Cent pro Video. Auf Basis von ausgewählten 1000 Videos verhandelte man vor dem Münchener Oberlandesgericht über insgesamt 1,6 Millionen Euro.

Unser Crashkurs zum Urheberrecht: Sicheres Hochladen bei Youtube

Das Gericht revidierte seine Entscheidung aus dem letzten Jahr dabei nicht. Auch dieses mal wurden die Forderungen der Verwertungsgesellschaft abgeschmettert. Die Begründung: YouTube stelle lediglich "Werkzeuge" bereit. Für den eingestellten Inhalt seien allein die Nutzer verantwortlich. Infolgedessen könne man dem VIdeoportal auch keine Verwertungsgebühren zur Last legen.

Wieso, Weshalb, Warum: GEZ, Gema und Co.

Der seit Jahren andauernde Streit zwischen den Instanzen ist damit aber wahrscheinlich noch nicht beendet. Derzeit prüft die Rechtsabteilung der Gema weitere Schritte. Der Gang vor den Bundesgerichtshof bleibt dabei eine Option.

Am Ende sind es die Nutzer, welche weiterhin in die Röhre schauen. Denn so lange keine Regelungen gefunden sind, so lange wird die Gema weiterhin Videos ihrer Künstler auf Youtube sperren lassen.

▹ Abonniere den wöchentlichen TONSPION Newsletter, um keine Musikneuheiten zu verpassen und gewinne tolle Preise!

Empfohlene Themen

MP3 Download von Youtube mit Convert2MP3

Legal oder illegal? Wir fragen Experten

Software, für den kostenlos Musik Download gibt es reichlich. Sie heißen Convert2MP3, 2conv, Freedsound oder OnlineVideoConverter. Fast all diese Tools operieren in einer rechtlichen Grauzone. Aber riskiert man auch als Nutzer deshalb auch eine Abmahnung? Tonspion klärt auf.

Katholische Kirche lehnt neuen GEMA-Vertrag ab

Feste, Jugenddiscos und Kindersingen wird in Zukunft für Gemeinden teuer

Nicht einmal die Katholische Kirche kommt um die GEMA herum und muss Gebühren an die Verwertungsgesellschaft zahlen, wenn sie Musikstücke im Rahmen von Veranstaltungen aufführt: Nun konnten sich beide nicht auf einen neuen Pauschalvertrag einigen, so dass den Gemeinden dies teuer zu stehen kommen wird.