Urteil: Weblisten.com muss schließen

Spanischer MP3 Anbieter für illegal befunden

In der gerichtlichen Auseinandersetzung um seinen MP3 Shop hat der spanische Anbieter Weblisten.com gegen die Musikindustrie verloren. Weblisten hatte zwar die Verwertungsgesellschaften bezahlt, jedoch keine Verträge mit den Plattenfirmen abgeschlossen.

Seit langem war Weblisten.com der Musikindustrie ein Dorn im Auge. Bereits seit 1997 bot das Downloadportal Musik im MP3 Format an und erklärte sein Angebot laut spanischem Recht für legal, da man Abgaben an die Verwertungsgesellschaften zahle. Zuletzt hatte Weblisten über 200 000 MP3 Titel im Angebot, darunter auch aktuelle Hits der großen Plattenfirmen. Die jedoch lizenzieren derzeit keine kompletten Alben im MP3 Format, sondern lassen ihre Downloads flächendeckend mit Kopierschutzmechanismen ausstatten.

Es war also relativ offensichtlich, dass Weblisten keine Verträge mit den Plattenfirmen abgeschlossen hatte. Deshalb konnte der Anbieter auch Preise anbieten, die weit unter dem lagen, was iTunes oder Musicload für Downloads verlangen müssen, um am Ende nicht draufzuzahlen. Schon für 75 Cent konnte man sich ein MP3 in hoher Qualität und ohne Einschränkungen herunterladen. Darüber hinaus gab es zahlreiche interessante Aboangebote für Heavy-User.

Das ist jetzt vorbei. Die Website wurde bereits aus dem Netz genommen.
Ein spanisches Gericht bestätigte, dass Weblisten keine Musik mehr verkaufen dürfe, für die man nicht die Rechte geklärt habe. Es ist zu erwarten, dass die Betreiber von Weblisten mit enormen Schadensersatzforderungen zu rechnen haben werden.

Weitaus schwieriger dürfte sich dagegen die Schließung des russischen Anbieters allofmp3.com gestalten. Dort kann man Musik bereits für wenige Cent in jedem beliebigen Format herunterladen, allerdings gehen Kreative und Rechteverwerter dabei leer aus. Doch während Spanien sich den EU-Richtlinien zum Urheberrecht anschließen muss, sind die russischen Gesetze weitaus komplexer in Einklang mit der europäischen Rechtsprechung zu bringen. Deshalb kann es noch eine ganze Weile dauern, bis auch diese MP3 Quelle versiegt. Spätestens dann wird es legale Musik im MP3 Format fast ausschließlich von Independent-Labels geben, während Musik der Major-Labels nur noch in kopiergeschützten Formaten, z.B. WMA (Microsoft) oder AAC+ (Apple) verkauft wird. Die Tauschbörsen wird`s freuen. (ur)

Teile diesen Beitrag und like TONSPION, um keine wichtigen Musik News, Video-Premieren, exklusiven Streams oder kostenlose MP3 Downloads zu verpassen:

amazon music unlimited

Tonspion Update

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox. Kein Spam!
* Pflichtfeld

Ähnliche News

Stars on MP3

Stars on MP3

Wo man Hits legal herunterladen kann - Ein Selbstversuch
Mitunter ist es auch im Jahr 2008 sehr schwierig, das Album des aktuellen Lieblingskünstlers legal als kopierschutzfreien Download zu erwerben. Wir machen den Selbstversuch und versuchen die aktuellen Top 10 Alben im Netz als MP3 ohne Kopierschutz (DRM) herunterzuladen. Ein schwieriges Unterfangen, wie der Selbstversuch zeigt.
Nowdio öffnet MP3-only-Shop

Nowdio öffnet MP3-only-Shop

DRM-freie Downloads für alle
Downloadstores gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Nowdio hebt sich jedoch durch sein Angebot hochwertiger MP3-Files ohne Kopierschutz von der Konkurrenz ab. Seit gestern ist Nowdio online.
2007 wird das Jahr von MP3 [Umfrage]

2007 wird das Jahr von MP3 [Umfrage]

Limewire, MySpace und Amazon starten MP3 Shops
Ein gutes neues Jahr steht allen Fans von MP3 Downloads offenbar bevor. Nachdem bereits der CD-Riese Amazon für 2007 die Eröffnung eines MP3-Shops angekündigt hat, will auch nun die Tauschbörse Limewire legal werden und dabei auf MP3 Downloads ohne DRM-Einschränkungen setzen.
AllofMP3 kurz vor dem Aus

AllofMP3 kurz vor dem Aus

Der Tonspion Wochenrückblick
Der russische Online-Musikdienst AllofMP3 muss voraussichtlich nächstes Jahr endgültig seine Pforten schließen, EMI bietet jetzt MP3-Downloads ohne Digital Rights Management an und BitTorrent wechselt die Seiten.
Umfrage: Die große iTunes-Lüge?

Umfrage: Die große iTunes-Lüge?

Nur 17 Prozent kaufen Downloads
In Sachen digitale Downloads gilt der iTunes Store zumindest international gesehen als unumstrittener Marktführer. Dennoch kaufen nur 17 Prozent aller iPod-User einmal pro Monat dort ein. Die große Mehrzahl der Songs stammt aus anderen Quellen.