"Warnung an alle Musiker"

Falscher Kettenbrief schreckt Labels und Musiker auf

In den letzten Tagen kursiert im Netz eine Rundmail mit dem Betreff "Warnung an alle Musiker". Dort wird behauptet, dass die GEMA arbeitslose Rechtsanwälte beschäftige, um Webseiten auf unangemeldete Hörproben zu kontrollieren. Bei diesem Rundschreiben handelt es sich um einen Hoax, also einen falschen Kettenbrief.

Hier der Text des Kettenbriefs im Wortlaut:

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"WICHTIG!!! eine weitergeleitete E-Mail aus Hamburg
`WARNUNG AN ALLE MUSIKER !` bitte an alle Musiker weiterleiten.

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"Die G E M A hat arbeitslose Rechtsanwälte beauftragt, die Webseiten zu kontrollieren auf unangemeldete Hörproben. Uns, sowie einen meiner Mitmusiker hat es schon erwischt! Die Strafen sind unverhältnismäßig hoch und belaufen sich auf ca. 25.000.- Euro und mehr je nach dem wie lange ihr schon Demos auf der HP habt und wie viele Male diese angeklickt wurden und heruntergeladen wurden! Reine Abzocke!!! Also meldet rechtzeitig an und macht das publik, damit nicht mehr von uns pleite gemacht werden!!!

Die Titel auf der Website müssen bei der GEMA angemeldet und dürfen nicht zum runterladen sein! (rechte Maus), sondern müssen gestreamt angeboten werden und nicht länger als 45 Sek. Lang!!!
Auch wenn es eigene Titel sind!!! Schickt diesen Newsletter oder einen eigenen an alle Musiker, Sänger, Agenturen, die Ihr kennt und warnt sie!!!"

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Einige Labels und Künstler haben kurzfristig ihre Downloads und Streams vom Netz genommen, aufgeschreckt durch diese Mail. Doch die ist offenbar mutwillig von einem bisher Unbekannten verbreitet worden, um Verunsicherung zu stiften.
Richtig ist, dass bei der GEMA gemeldete Titel grundsätzlich auch angemeldet und für die Nutzung im Internet Gebühren bezahlt werden müssen. Als Download dürfen ausschließlich die Rechteinhaber selbst Musik bereitstellen.

Falsch dagegen ist, dass die GEMA arbeitslose Rechtsanwälte beschäftigt, um horrende Summen einzutreiben. Musiker, die nicht bei der GEMA angemeldet sind und ihre eigenen Songs im Internet veröffentlichen, sind außerdem nicht verpflichtet, irgend etwas bei der GEMA anzumelden. Anders sieht es etwa bei der Veröffentlichung von Coverversionen oder Remixen aus. Das kann schnell teuer werden.

Kettenbriefe - egal welchen Inhalts - mit der Aufforderung zur Weiterleitung sollten generell nicht weiterversendet werden. Im Zweifelsfall hilft ein Blick in Google mit den Schlagworten der betreffenden Mail, um Klarheit über den Wahrheitsgehalt einer Mail zu erhalten. (ur)

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