Warten auf Kate

Exzentrikerin Kate Bush kehrt mit Doppel-Album in die Welt des Pop zurück

Am Freitag erschien „Aerial“: 16, auf zwei CDs verteilte Songs, rücksichtslos versponnen wie eh und je. Mit einem so fulminanten Comeback hatte eigentlich niemand mehr gerechnet, mussten die Fans der Pop-Einsiedlerin- darunter auch Berühmtheiten wie Björk, Peter Gabriel, Chris Martin von Coldplay oder Big Boi von Outkast – doch zwölf Jahre darauf warten.

So lang hatte sich Bush nämlich nach ihrem letzten Album ?The Red Shoes? auf ihr Anwesen zurückgezogen, um sich vorrangig jungen Mutterpflichten zu widmen. Sohn Bertie ist dann auch kurz auf dem neuen Album zu hören.

Manchen war das Warten dann aber doch zu lang. So etwa Lesley Herkovits, dem Helden in Johns Mendelssohns Roman ?Waiting for Kate Bush? (zu deutsch: ?Warten auf Kate?). Seine eingebildete Fettleibigkeit macht ihm so zu schaffen, dass er sich das Leben nehmen will. Lesley, von Beruf Unterwäschemodel, steigt auf ein Hausdach und droht in die Tiefe zu springen, wenn die eigenwillige Sängerin mit der elfenhaften Stimme nicht binnen sechs Monaten eine neue Platte abliefert. Als er von der tatsächlich kurz bevorstehenden Veröffentlichung erfährt, vertagt er seinen Selbstmord kurzerhand. Dann wird ihm das Warten zu lang und er nimmt sich doch noch das Leben.

Hätte er doch abgewartet, denn nur kurze Zeit nach dem Erscheinen des fiktiven Romans 2004 wurden die Veröffentlichungspläne für Bushs tatsächliches Comeback immer konkreter. Bei all den Ankündigungen und neuerlichen Verzögerungen fühlte man sich als Deutscher an das Phänomen ?Kraftwerk? erinnert. Wie oft hatten die Elektro-Pioniere aus Düsseldorf doch neue Alben in Aussicht gestellt, die dann nicht oder wie die ?Tour de France-Soundtracks? erst achtzehn Jahre später erschienen.

Und jetzt, im November 2005 und ein Jahr nach Erscheinen der englische Originalausgabe ?Waiting for Kate?, ist es wirklich so weit. Eine bessere PR hätte sich der US-amerikanische Popkritiker Mendelssohn für seinen Roman gar nicht wünschen können.

Davon, dass Bushs Beliebtheit auch nach so langer Pause ungebrochen ist, zeugte die unlängst von der jungen britischen Pop-Hoffung ?The Futureheads? auf internationales Airplay geschickte Cover-Version ?Hounds Of Love? vom gleichnamigen Klassiker aus dem Jahr 1985.

?Aerial? erscheint am 4. November bei EMI.
?Warten auf Kate? erscheint in der deutschen Übersetzung ebenfalls Anfang November.

Kraftwerk

1970 in Düsseldorf gegründet, wurde Kraftwerk zum Aushängeschild innovativer Musik "made in Germany": Die Musiker gelten als Pioniere der elektronischen Musik, ohne die es Synthpop, Techno oder Hip-Hop in dieser Form wohl nie gegeben häte.

Björk

Björk wurde am 21. November 1965 als Tochter von Hildur Rúna Hauksdóttir und Guðmundur Gunnarsson geboren. Ab 1970 besuchte sie die Musikschule Barnamúsíkskóli Reykjavíkur, auf der sie zehn Jahre lang u. a. in Gesang, Klavier und Flöteunterrichtet wurde.

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