Wenn Popstars ihre eigenen Songs hassen

6 Songs die Radiohead und Co. nur noch aus Liebe zu den Fans spielen

Welthits: Nur weil die Fangemeinde sie liebt, heißt das wohl noch lange nicht, dass es auch die Künstler tun, die sie geschrieben haben. Hier mal ein paar Beispiele.

Es gibt wirklich nicht viele Songs, die ganze Generationen überlebt und Genres geprägt haben, die irgendwo neben Höhlenmalereien in die Geschichtsbücher eingehen werden. Müssten wir durchzählen, bis 100 würden wir wohl kaum kommen.

Da mag man doch meinen, dass Künstler, die solche Songs geschrieben haben überglücklich sind und sie zu jeder möglichen Gelegenheit zelebrieren, oder?

Stattdessen ist gar nicht selten das Gegenteil der Fall: Oasis, Radiohead und Co. verabscheuen ausgerechnet die Songs, durch die sie steinreich und berühmt wurden. Hier eine Auswahl von Songs, die wir zurecht lieben und deren Schöpfer lieber etwas dankbarer sein sollten:

1. Radiohead: "Creep"

Für Radiohead muss scheinbar eine Tortur sein "Creep" hören, oder gar spielen zu müssen. Als ein Fan aus dem Publikum den Song bei einem Konzert hören will, antwortet Sänger Thom Yorke: "Fuck off, we're tired of it."

Gitarrist Ed O'Brien geht sogar soweit, zu behaupten, dass die kratzige Gitarre in der Mitte des Songs ein vergeblicher Sabotageversuch von Bandkollege Jonny Greenwood ist.

Trotz ihrer Abneigung zeigen sich Radiohead auf ihrer aktuellen Tour milde und spielten ihren ersten Hit beim Primavera Festival in Barcelona. Vielleicht ja auch beim Lollapalooza in Berlin?

 

2. Oasis: "Wonderwall"

Es ist simpel: "Wonderwall" ist wohl der Song mit dem die meisten Menschen Oasis verbinden – jedenfalls bis man ihnen dann die ersten Zeilen von "Don't Look Back In Anger" vorsingt. Es ist ein Song, den die Menschen so sehr mögen, dass sie nur wegen ihm anfangen Gitarre zu spielen. Und was sagt Liam Gallagher? "Ich halte diesen verdammten Song nicht aus! Jedes Mal wenn ich ihn singen muss, muss ich würgen." Naja, er ist halt ein Gallagher. Und seinen Job hat Bruder Noel ja längst übernommen.

 

3. Madonna: "Like A Virgin"

Fassen wir es kurz: Geht es um ihre Songs "Like A Virgin" und "Holiday" stellte Madonna 2008 einen einfach Deal auf: "Ich glaube nicht, dass ich die Songs noch einmal spielen kann. Es sei denn jemand zahlt mir 30 Millionen Dollar oder ähnliches." 

Direkt danach hat sie "Like A Virgin" auf ihren beiden folgenenden Welttourneen gespielt. Ob jetzt aus purer Selbstgeißelung oder dank einem sehr großzügigen Spender, bleibt wohl ihr Geheimnis.

 

4. Beastie Boys: "Fight For Your Right (To Party)"

Weniger theatralisch und öffentlichkeitswirksam machten die Beastie Boys dem Frust über ihren Hit "Fight For Your Right (To Party)" Luft. In den beiligenen Notizen zu ihrem Best-of-Album "The Sound of Science" vermerkten sie bei dem Track schlicht: "Sucks". Nur konsequent, denn ab 1987 haben sie ihn auch live nicht mehr gespielt. Zum Glück hatten sie da schon genug anderes Material, so dass keiner die Nummer vermisst hat.

 

5. Kings of Leon: "Sex on Fire"

Mit "Sex on Fire" kamen Kings of Leon 2008 das erste Mal an die Spitze der Charts. Eigentlich ein Grund des Song zu lieben. Schlagzeuger Nathan Followill sieht das anders, er erzählte in einem Interview, er wäre glücklich, wenn "sein Sex nie wieder on Fire wäre". Ob er den Wunsch vorher wohl wirklich ganz durchdacht hat?

 

6. Nirvana: "Smells Like Teen Spirit"

In einer Liste, in der es in irgendeiner Form um ewige Vermächtnisse geht, darf der Ziehvater des Grunge natürlich nicht fehlen. Kurt Cobain konnte "Smells Like Teen Spirit" nicht ausstehen. Er geht sogar soweit, dass er dem Rolling Stone mal erzählte, er sei peinlich berührt, wenn er den Song spielen müsse.

 

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