Wie war’s denn eigentlich bei… Blonde Redhead?

Das Trio aus New York beeindruckte durch Wärme, Schönheit und ohne Worte

Im Vorprogramm spielten die ortsansässigen Klez.e, die mit ihren großen Melodien und vielschichtigen Arrangements den perfekten musikalischen Partner für diesen Abend im kleinen, ausverkauften Saal des Berliner Postbahnhofs boten. Ein Abend, der wahrlich schön war – auch ohne große Worte.

Speziell Klez.es ?Strandlied? und das abschließende ?Surfen im Wahnsinn? überzeugten und schraubten die Erwartungen auf das sich in Arbeit befindende Nachfolgealbum zu ?Flimmern? weiter in die Höhe. Hoch waren natürlich auch die Erwartungen an Blonde Redhead, haben die drei New Yorker mit ihrem aktuellen, siebten Album ?23? doch kürzlich ein vorzügliches Werk vorgelegt.

Die Frage, die man sich aufgrund dieser wohlklingenden Album-Produktion im Vorfeld stellte, war natürlich, ob das Trio live an die Größe und Tiefe dieses Tonträgers herankommen würde. Die Antwort war nach reichlich Wartezeit, aber dann auch nur wenigen Tönen eine klare Angelegenheit: Ja! Auch wenn manche Instrumente, einige atmosphärische Sounds und Stimmensamples vom Band kamen, waren die Songs des neuen Albums auch live sehr organisch, kraftvoll, tief und warm. Sehr beeindruckend ? wie auch die große (Sonic Youth?sche-)Kunst, Feedbacks und schräge Harmonien perfekt kontrollieren zu können.

Ein wenig schade war für all diejenigen, die Blonde Redhead schon seit vielen Alben kennen und mögen, dass das Set doch von einem deutlichen Überhang des aktuellen Materials bestand. Der ein oder andere Klassiker von den älteren Alben ließ leider auf sich warten. Aber man wurde stets versöhnt und in den Bann gezogen, fast ohne Worte und Ansagen, dafür aber mit ganz viel Stil, Eleganz und Schönheit. Ein Erlebnis, das jetzt schon zu den besten Livekonzerten dieses Jahres gezählt werden kann. Ohne Worte, wahrlich schön. (bb)

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