Wie war’s denn eigentlich bei… Bonnie ‚Prince’ Billy?

Ein grandioses Konzerterlebnis

Wie es war? Ganz großartig! Bonnie ‚Prince’ Billy war am vergangenen Samstag in der prall gefüllten Kreuzberger Passionskirche zu Gast – und dürfte mit Sicherheit jeden einzelnen Besucher glücklich in die Nacht entlassen haben.

Eine ungewöhnliche Konzertlocation für einen außergewöhnlichen Songwriter: Will Oldham aka Bonnie ?Prince? Billy hatte sich für ein Konzert in der Passionskirche in Berlin, Kreuzberg angekündigt. Natürlich war es ausverkauft und natürlich wurde dieser Abend ein ganz besonderer.

Kurz vor 20 Uhr waren bereits alle Sitzplätze vergeben und die Kirche mit vorfreudiger Spannung bis zur Kuppel gefüllt. Nach dem interessanten Vorgeplänkel wurde alles ganz schnell mucks- mäuschenstill. Will Oldham betrat den Raum und brauchte nur wenige Akkorde, um alles mit Wohlklang und Wärme zu vereinnahmen. Viele Songs seines aktuellen Albums ?The Letting Go?, aber auch ältere Klassiker spielte der Schlaksige auf seine unnachahmlich ergreifende Art und Weise: unprätentiös, unspektakulär, aber immens intensiv. Es ist mittlerweile auch völlig egal unter welchem Namen er musikalisch agiert: Palace, Palace Music, Palace Brothers, Superwolf, Bonnie Billy oder Bonnie `Prince` Billy - Mister Will Oldham braucht nichts weiter, außer seiner Gitarre und seinem zu einem Drittel mit Whiskey gefüllten Plastikbecher, um umzuwerfen.

Spätestens auf dem Heimweg wurde klar: Wer dies als stink- normale Countrymusik bezeichnet, hat gar nichts verstanden ? oder treffender: ist ein gefühlskalter Klotz. Denn Bonnie ?Prince? Billy geht unter die Haut, musikalisch wie textlich. Dieser Abend in der Berliner Passionskirche wird sicher zu einem der Konzert- highlights 2007 zählen, das werden alle, die am Samstag gebannt zuhörten, sicher bestätigen können! (bb)

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