Wie war`s eigentlich bei... The Album Leaf?

Trotz einiger Widrigkeiten, erneut ein schönes Intro Intim

Wird zu den allseits bekannten monatlichen Intimitäten geladen, kann man (fast immer) sicher sein, dass es dort eine Schönheit zu entdecken gibt. Am letzten Mittwoch bot sich in der Berliner „Maria“ erneut ein sehr viel versprechendes Programm musikalischer Streicheleinheiten: The Jai-Alai Savant, Werle & Stankowski und The Album Leaf.

Die angekündigte Corrina Repp, die vorab mit einer Art Anti-Folk-Singsang für die richtige Stimmung sorgen sollte, schlug nicht auf. Dafür eröffnete ein anderes Anti-Gewöhnlichkeitsding den Abend: das neue, wirklich extraordinäre City Slang-Baby The Jai-Alai Savant.

Sieht man vom miesen Sound und von einigen spielerischen Unstimmigkeiten (der Schlagzeuger ist erst seit kurzer Zeit dabei!) einmal ab, bleibt eine tolle, weil schlichtweg durchgeknallte Band. Dub kopuliert mit Post-Hardcore, der mit Reggae-Flavour unterlegt und viel Authentizität rübergebracht wird. Natürlich liegt das Ungewöhnliche und Faszinierende zum größten Teil an Ralph Darden, dem sympathischen und charismatischen Frontmann, der allem Anschein zum Trotz keine Drogen nimmt! Ähnlich kurzweilig und eigen legt Comic-Fanatiker Darden im Übrigen auch als DJ Major Taylor auf. Ein wirklich cooler Vogel ist das?

Danach wird es etwas enttäuschender. Werle & Stankowski sind seit längerem ja schon ein heiß gehandeltes Thema hierzulande. Man fragt sich an diesem Abend irgendwie schon, warum das eigentlich so ist. Denn die ach so doll abgefahrene Symbiose aus akustischem Songwriter-Kram und Elektro-Nerdigkeit kommt leider nur äußerst schwach rüber. Der Kauz an den Keyboards und der Dylan spielende Stankowski musizieren irgendwie aneinander - und damit auch am Zuhörer - vorbei.

Aber das Highlight ist on the way: The Album Leaf. Jimmy LaValle ist durch und durch ein unprätentiöser Sympath - genauso wie seine Bandkollegen, die allesamt die gleiche Herzschlagfrequenz, den gleichen Puls, das gleiche Gefühl wie er zu haben scheinen. Hier passt alles perfekt zusammen. Ein Fluss voll elegisch schöner, bildhafter Musik, ein toller, warmer Sound und keine Schauspielereien. Das ist wahre Schwermut in ganz schön hoffnungsvoll. Schade nur, dass auch an diesem Abend wieder viele Konzertgänger ihre Erlebnisse der letzten Tage ins Ohr ihrer jeweiligen Begleiter prahlen mussten. Wirklich schlimm, wenn bei musikalischen Intimitäten lauthals gequatscht wird! Aber trotz dieser und der anderen genannten Widrigkeiten, war es erneut ein schöner Intro-Abend. (bb)

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