Wie war´s eigentlich bei ... den Babyshambles? (Konzert)

Irritierende Sensation

Beim letzten Mal brauchte Pete Doherty mehrere Anläufe bis er das erste Konzert der Babyshambles mit einem bizarren Auftritt in Frauenkleidern auf und über die Bühne brachte. Diesmal klappte es beim ersten Mal, allerdings nicht ohne Irritationen.

Darf man als Indierocker in der Muckibude Eisen biegen? Scheint jedenfalls inzwischen so okay zu sein, dass man das Ergebnis der wochenlangen Plackerei am eigenen nackten Oberkörper zeigen darf. Jedenfalls war der Strip des Killians Sänger der lächerliche Höhepunkt eines belanglosen Auftritts. Die Jungs mögen in Dinslaken jeden The Strokes Look-und-Sound-A-Like-Contest gewinnen, das war es dann aber auch. Entsprechend gibt es nach dem letzten Stück die Höchststrafe: keiner im Saal will eine Zugabe hören, die Killians spielen trotzdem eine.

Die Babyshambles stehen mitsamt Pete Doherty kurz vor halb zehn auf der Bühne der ausverkauften Live Music Hall in Köln und begrüßen das Publikum mit einer knalligen Version von "Carry On Up The Morning". Es geht Schlag auf Schlag, Doherty richtet kaum Worte ans Publikum, preist zwischendurch höchstens sein Apfelfruchtsaftgetränk, wirkt aber ansonsten hochkonzentriert. Die Babyshambles präsentieren sich als perfekt eingespielter Haufen, Song geht in Song über. "The Delivery", "UnBiloTitled": nichts bleiben die Shambles schuldig, der nahezu perfekte Sound tut sein Übriges um das Publikum in ehrfürchtiges Staunen zu versetzen. So könnte es ewig weitergehen, wenn ...

Ja, wenn Doherty nicht nach knapp 40 Minuten grußlos die Bühne verlassen würde, seine konsternierten Bandmates schließen sich nach kurzer Irritation an. Fünf Minuten später kommt Gitarrist Mick Whitnall mit "I wish" zurück auf die Bühne, der Rest der Band folgt und rafft sich zu einer brachialen Version von "Fuck Forever" auf. Der Saal steht endlich der Babyshambles angemessen Kopf muss aber zugleich konsterniert feststellen, dass es mehr in dieser Nacht von Doherty und Kumpels nicht geben wird. Die Band geht ab, das Licht an und im Publikum regt sich noch nicht einmal Protest.

Zu erstaunt ist man über das, was sich in den letzten knapp 50 Minuten auf der Bühne abgespielt hat: Die Wiedergeburt eines Musikers, der den Titel der ärmsten Sau, die durchs globale Mediendorf gejagt wird, gerade erst an Amy Winehouse abgegeben hatte. In der Gerüchteküche wird jedenfalls von einer Virusinfektion gemunkelt, die Doherty zum Abbruch des Konzerts zwang.

Florian Schneider / Tonspion.de

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