Wie war´s eigentlich bei... Greg Dulli & Mark Lanegan?

Akustische Routine

Zum Konzept "Unplugged" gehört ein atmosphärischer Ort. Die Entscheidung von Mark Lanegan und Greg Dulli, im Rahmen ihrer "Acoustic"-Tour im Düsseldorfer Savoy-Theater aufzutreten, war insofern im Vorhinein die richtige. Doch am Ende stellte sich heraus, das ausgerechnet dieser Raum Größeres verhinderte.

Das Savoy ist normalerweise Treffpunkt der sogenannten deutschen Comedy-Szene. Nightwash und Paul Panzer gastieren hier mit platten Pointen über die Befindlichkeiten zwischen Mann und Frau. Ausgerechnet hier sollen Mark Lanegan und Greg Dulli, bei Außentemperaturen knapp unterhalb der 30 Grad Trauerstimmung verbreiten? Der Glanz vergangener Tage ist dem Savoy abhanden gekommen, daran ändert auch die auf Hightech gebürstete Theke nichts. Im Saal herrscht eine zu den Songs von Lanegan und Dulli passende Schrammeligkeit.

Die beiden Hauptpersonen des Abends zeigen sich gewohnt wortkarg, und brauchen ein paar Songs um warm zu werden. Am Repertoire liegt es jedenfalls nicht, dass die magischen Momente an diesem Abend ausbleiben. Zwei Gitarren, David Rosser unterstützt Dulli, und ab und an ein bisschen Piano reichen als Begleitung, Lanegan beschränkt sich ausschließlich aufs Singen und Schweigen. Selbst mit zwei Jahrzehnten Bühnenerfahrung wirkt der Mann, als müsste man ihn auf die Bühne schubsen. Augen zu und durch ist seine Devise, selbst wenn ihm ein Lächeln über die Lippen huscht. 

Am besten kommen die drei Herren auf der Bühne zusammen, wenn Dulli ans E-Piano wechselt. Es bleibt aber ihr Geheimnis, wieso der am Rand der Bühne stehende Flügel, an dem schon Paul Kuhn nach Bier auf Hawaii suchte, ungenutzt bleibt. So sehr sich Dulli, Lanegan und Rosser ins Zeug legen, das Publikum reagiert unterkühlt. Im Sitzen neigt man zur Trägheit, die tonnenschwer auf der Begeisterungsfähigkeit liegt. Zudem ist das Theater nur zur Hälfte gefüllt, für die ganz großen Momente sitzt man zu weit weg. Eine Nummer kleiner, intimer, zwei, drei Meter näher dran, und aus einem routinierten Konzert hätte etwas Großes werden können. Wie 2008 in Haldern beim Auftritt der Gutter Twins.

Empfohlene Themen