#WIRSINDMEHR: Das komplette Konzert gegen Rechts in Chemnitz sehen

Die Toten Hosen, Marteria &Casper, Kraftklub, K.I.Z., Trettmann u.a.

Tausende Menschen ziehen durch Chemnitz und missbrauchen den Mord an Daniel H. für ihre Zwecke. Nun gilt es, gegen die rechte Hetze aufzustehen. Einige Bands riefen am Montag ihre Fans dazu auf, in Chemnitz Gesicht zu zeigen. 65.000 folgten dem Aufruf.

"Rassismus darf man nicht unwidersprochen die Straße überlassen," machen die Veranstalter des Mini-Festivals in Chemnitz ihre Motivation auf Facebook deutlich.

Video: #wirsindmehr - Das komplette Konzert in Chemnitz

Unter dem Motto "Wir sind mehr - Aufstehen gegen rechte Hetze" wollten sie und die auftretenden Musiker für Werte wie Toleranz, Respekt und Menschlichkeit einstehen. Und es ist gelungen. Trotz rund 65.000 Teilnehmern bliebe es während des Konzerts friedlich, wie die Polizei Sachsen twitterte. Gegendemonstrationen von rechtsextremen Organisationen wie Pro Chemnitz oder Thügida wurden von der Stadt untersagt, um keine Ausschreitungen zu provozieren.

Zehntausende Zuschauer hatten sich angekündigt, über die Sozialen Medien bieten Chemnitzer Besuchern des Festivals Schlafplätze an, Busunternehmen organisieren Sonderfahrten. Wegen des erwarteten Andrangs wurde das Event auf den großen Parkplatz vor der Johanniskirche verlegt. Die Veranstalter zeigten sich begeistert:

Wir sind überwältigt. Als wir vor wenigen Tagen die Idee hatten, gegen die rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz ein spontanes Konzert mit klarer Positionierung auf die Beine zu stellen, haben wir mit vielem gerechnet aber nicht mit dem, was heute los war.

Wir sind immer noch fassungslos angesichts der vielen Leute, die heute mit aufgestanden sind gegen rechte Hetze und für Solidarität statt Rassismus. Danke an euch alle für die Schweigeminute für Daniel H. und dass ihr Opfern rechter Gewalt gedacht hat.

All den Leuten, die heute beim Konzert
waren möchten wir sagen: erhebt eure Stimme im Alltag, auf Demonstrationen und wenn ihr von außerhalb kommt, dann unterstützt die Menschen in den kleineren Städten und Provinzen, welche sich dort engagieren.

Denn #wirsindmehr

Aufstehen gegen rechte Hetze – Solidarität statt Rassismus. (Foto: Wir sind Mehr)

In der Pressekonferenz vor dem Konzert, sagten die Musiker, dass sie vor allem als Mitbürger in Chemnitz auftreten wollen. "Wir sind nicht naiv. Wir geben uns nicht der Illusion hin, dass man ein Konzert macht und dann ist die Welt gerettet", sagte Kraftklub-Sänger Felix Brummer, der aus Chemnitz stammt. Es gehe darum, den demokratisch gesinnten Chemnitzern zu zeigen, dass sie nicht alleine sind.

Campino forderte die Besucher auf, nicht nur wegen der Musik zu kommen, sondern sich solidarisch zu zeigen mit den Chemnitzern, die jeden Tag gegen Rechts aufstehen. "Alles, was Anstand hat", müsse sich jetzt gegen den rechten Mob stellen, so Campino.

Im Vorfeld des Konzerts beschwerten sich viele AfD-Anhänger, dass mit dem Konzert der Tod von Daniel H. gefeiert werde. (Russische?) Bots auf Facebook bombardieren jeden Post zum Thema mit ätzenden Kommentaren gegen angeblich "Linksextreme". Einzelne AfD-Politikerinnen bezeichneten das Konzert als "abscheulich". Wieder andere kritisierten, dass die meisten nur wegen der Musik gekommen seien, aber nicht wegen des politischen Anliegens und überhaupt, dass die falschen Bands gekommen seien. Dem entgegnete der ehemalige Viva-Moderator Nils Bokelberg via Twitter:

So ist das Festival abgelaufen:

17:00 Begrüßung und Schweigeminute für Daniel H. 
17:20 – 17:45 Trettmann
17:55 – 18:25 Feine Sahne Fischfilet
18:35 – 19:05 K.I.Z
19:15 – 19:45 Kraftklub
19:55 – 20:25 Nura / Marteria und Casper
20:40 – 21:15 Die Toten Hosen

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