#wirsindmehr: Helene Fischer äußert sich zu Chemnitz

Nach Kritik am Schweigen der Schlagersängerin nun ein klares Bekenntnis

Kein Zweifel, Helene Fischer ist die populärste Sängerin im Land und erreicht dadurch auch einen Großteil der neuen Rechten im Osten der Republik. Nun brach sie ihr Schweigen und äußerte sich zu Chemnitz.

Am Montag hatte die Internetaktivistin Barbara. sich via Facebook direkt an Helene Fischer gewandt mit der Bitte, ein Konzert in Chemnitz gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlickeit zu geben. Schließlich erreiche sie die "breite Mitte der Gesellschaft" am besten.

Am Dienstag äußerte sich Helene Fischer erstmals via Facebook in der typisch verschwurbelten Schlagersprache zum Thema: 

"Wir können und dürfen nicht ausblenden, was zur Zeit in unserem Land passiert, doch wir können zum Glück auch sehen wie groß der Zusammenhalt gleichzeitig ist - das sollte uns stolz machen. Musik als Zeichen der Verbundenheit und immer ist es Liebe, die gewinnt. Ich freue mich darauf, heute mit euch dieses Zeichen zu setzen! #wirbrechendasschweigen #wirsindmehr #schreiteslaut#liebe #peace"

(Quelle: Helene Fischer/Facebook)

Bei ihrem Konzert in Berlin wurde sie direkter und versteckte sich nicht mehr hinter auslegbaren Floskeln.

"Ich gebe nie politische Statements ab, denn meine Sprache ist die Musik, Aber heute Abend setzen wir auch ein Zeichen. Erhebt gemeinsam mit mir die Stimmen - gegen Gewalt, gegen Fremdenfeindlichheit."

Während des #wirsindmehr -Konzerts in Chemnitz wurde vielfach Kritk laut, zum einen, dass sich die deutsche Pop-Elite sich so zurückhalte in der Debatte um Rechtsextremismus, obwohl ihnen ein großer Einfluss zugeschrieben wird. Mark Forster postete darauf hin ein Bild vom #wirsindmehr-Konzert und erhielt dafür teilweise ätzende Kommentare auf Facebook. 

Dabei hatten selbst als eher rechts eingestufte Bands wie Frei.Wild ein klares Statement gegen Extremismus und Gewalt auf ihrem Facebook-Seite gepostet. 

Vielleicht gibt's ja doch mal ein gesamtdeutsches #wirsindmehr-Konzert im Stil eines Live-Aid, bei dem nicht nur "die üblichen Verdächtigen", die sich seit Jahren politisch engagieren dabei sind, sondern alle, denen es ein Anliegen ist, klar Position zu beziehen.

Selbst wenn auch das nur symbolisch wäre, etwas mehr Zusammenhalt gegen die Kräfte, die unsere Demokratie zerstören wollen und dabei vor nichts mehr zurückschrecken, wäre wohl angebracht. Schließlich kann so ein Gemeinschaftserlebnis auch neue Kräfte wecken, sich gegen diese Bedrohung vor Ort zu engagieren und sich nicht alleine dabei zu fühlen.

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