Xavier Naidoo veröffentlicht Statement zu "Marionetten"

Ein Wort für die Kunst?

Durch die Veröffentlichung des Songs "Marionetten" sahen sich die Söhne Mannheims in den vergangegen Tagen vermehrt in der Kritik. Nach einem Krisengespräch veröffentlicht Sänger Xavier Naidoo nun ein Statement bei Facebook. 

Jan Böhmermanns Segment über die „Hurensöhne Mannheims“, Kraftklubs Auftritt bei Circus Halligalli und Radiosender sagen Konzertpräsentationen ab: Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims geraten aktuell von allen Seiten in die Kritik. Der Grund: Die kürzlich veröffentlichte Single „Marionetten“, welche mit Aussagen wie „Teile eures Volks nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter“ deutlich antistaatliche Tendenzen aufweist. 

Als Reaktion auf den Text und die resultierende Kritik lud Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz die Band nun zum Krisengespräch. Nach dem dreistündigen Gespräch veröffentlich Naidoo das folgende Statement und möchte damit nochmals das „Wort für die Kunst“ ergreifen:

Die Kernaussage:

"Bei dem Lied "Marionetten" handelt es sich um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen, also um die Beobachtung bestimmter Stimmungen, Auffassungen und Entwicklungen, dies im Rahmen einer künstlerischen Auseinandersetzung bewusst überzeichnet."

Naidoo erklärt zudem, dass beim Schreiben seiner Texte unterbewusste Einflüsse oftmals eine große Rolle spielen und er während des Schreibpozesses „keinen einzigen bewussten Gedanken“ daran verschwendet. Am Beispiel von „Marionetten“ wird jedoch schnell deutlich, dass eine bewusstere Auseinandersetzung angebracht wäre um nicht erst im Nachhinein halbgare Erklärungsversuche abliefern zu müssen.

Die Bewertung des Songs und Naidoos Statement bleibt letztendlich jedem selbst überlassen. Dass die Band der Stadt Mannheim über Jahre hinweg viel Gutes eingebracht hat, steht vermutlich außer Frage. Anlass zur Kritik gibt jedoch weiterhin die Frage wie lange sich die Stadt noch mit der Band und Naidoo als Gallionsfigur, welche in regelmäßigen Abständen mit Vorwürfen zu Populismus, Rasissmus, Homophobie und Antisemitismus konfrontiert wird, schmücken möchte. 

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