Years & Years provozieren mit neuem Video "Worship"

Auf den Spuren von Bronski Beat

Nach dem Attentat von Orlando forderte Years & Years-Sänger Olly Alexander das Glastonbury Festival dazu auf, Flagge zu zeigen. Auch das neue Video "Worship" zeigt ihn in schwuler Mission - als Stricher.

Years & Years befinden sich in der Tradition von Bronski Beat, die britische Band, die in den frühern 80er Jahren mit "Smalltown Boy" erstmals offen über homosexuelle Themen gesungen hatten. Vieles ist seitdem einfacher geworden, heute kann man viel offener leben als noch vor 30 Jahren. Doch das reicht Alexander noch lange nicht. 

In einer leidenschaftlichen Ansprache auf dem Glastonbury Festival sagte er, dass man als schwuler Mann heute immer noch Angst haben müsse, aber dass man sich trotzdem niemals verleugnen dürfe. 

"Wie ihr an meinen Klamotten vermutlich sehen könnt, ich bin schwul. Ich bin sogar sehr sehr superschwul. Und als queere Menschen wissen wir ganz genau, wie es ist, Angst zu haben, jeden einzelnen Tag. Aber heute, Glastonbury, möchte ich, dass ihr dabei seid, 'Nein, danke, Angst!' zu sagen. Einen Regenbogen in die Fratze der Angst zu stopfen. Und was ich zum Schluss sagen möchte: ich bin hier, ich bin schwul und ja, manchmal habe ich Angst, aber ich schäme mich niemals, weil ich stolz darauf bin, wer ich bin." (Olly Alexander, Glastonbury Festival 2016)

Auch im neuen Video geht's einmal mehr um eine schwule Thematik. In "Worship" spielt Olly Alexander einen Stricher, der einen älteren Herren in einer Tiefgarage bedient. Und greift damit ein Motiv auf, dass aus einigen schwulen Filmen der 70er bekannt ist, als es noch einen absoluten Tabubruch darstellte, schwul zu sein und vieles nur im Verborgenen stattfinden konnte. 

Diese dunklen Zeiten sind zum Glück wirklich hinter uns, auch wenn es vielerorts auf der Welt noch ein langer Weg bis zur absoluten Gleichberechtigung zwischen hetero und homo ist.

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Festival (Bild: CC0 Lizenz)
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Pure Pop: Mal süßlich wie ein Lollipop, mal episch wie ein Musical. Years & Years spielen sich auf ihrem zweiten Album "Palo Santo" fröhlich durch einen quietschbunten queeren Süßigkeitsladen. Dabei entsteht zuweilen leichte Überzuckerungsgefahr.