YouTube bald mit Bezahlschranke

Premium Content für Premium User

YouTube steht vor der Einführung einer Bezahlschranke. Musik-Streamingdienste wie Spotify und Apple Music machten es vor und das beliebte Videoportal zieht nun nach: bestimmte Vorteile werden künftig nur zahlenden Nutzern gewährt.

YouTube erhält zwei zusätzliche Standbeine, wird sich also nicht mehr allein über Werbeeinahmen finanzieren. Noch in diesem Jahr soll eine PayWall für bestimmte Angebote eingeführt werden.

Inhalte von sogenannten "Premium Content Creators", also die Videos bekannter YouTube-Stars, sollen für 10$ (etwa 9€) im Monat auch nur noch Premium Usern zugänglich sein. Die restlichen Videos gibt es gewohnt kostenfrei. Potentieller Vorteil des Abos für YouTube: das Portal wird profitabel. Vorteil für die YouTuber: mehr Geld. Vorteil für die Zuschauer: Nutzerfreundlichkeit. 

Wie diese Nutzerfreundlichkeit aussehen wird, ist allerdings noch nicht ganz klar. Zwar besteht dann die Möglichkeit, Videos im Offline-Modus anzuschauen, es bleibt aber noch abzuwarten, ob sie im Premium-Abo überhaupt oder lediglich werbefrei zu sehen sein werden.

Im November 2014 startete die Beta-Version von Music Key

Das zweite Standbein betrifft den Musik-Streamingdienst Music Key, der bereits im November letzten Jahres in der Beta-Version gelauncht wurde. Auch hier wird die Paywall angwendet, nur eben explitzit auf Musikvideos bzw. ganze Playlisten. So soll der Nutzer auch in den Genuss kompletter Alben kommen. Music Key speist sich dabei aus 30 Millionen Songs des Streaming-Angebots von Google Play Music. Da YouTube zu Google gehört, eine naheliegende Entscheidung.

Zwei verschiedene, kostenpflichtige Abos - da reagiert die Musikindustrie nicht gerade mit Freudentänzen. Zwar profitiert die von YouTube und vice versa, jedoch äußern einige Musiklabel bereits Bedenken, dass Music Key durch YouTube nicht ausreichend vermarktet werden könnte. Grund für diese Annahme ist ein ungenügender Werbeaufwand für den bereits existierenden Music-Streamingdienst Google Play Music.

Das Verhältnis zwischen YouTube und der Musikindustrie wird sich dadurch nicht wirklich entspannen. In Deutschland zeigte sich dieser Unstimmigkeit bereits in der nicht allzu beliebten GEMA-Sperre.

Mit über 1 Milliarden Nutzer bleibt es spannend, wie hoch die Zahl der Abonnenten nach Einführung der Paywall letztendilch sein wird.

Studie: Jeder zweite will für Musik-Streaming nicht zahlen

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