Zug der Liebe: Nenn es nicht Loveparade

Sechs Jahre nach der Loveparade-Katastrophe demonstriert der Zug der Liebe in Berlin für eine bessere Welt

Sechs Jahre ist es nun her, als bei der Loveparade in Duisburg 21 junge Menschen ihr Leben verloren haben. Die Loveparade ist Geschichte. Doch letztes Jahr wagte der "Zug der Liebe" einen Neuanfang - als politische Demonstration. 

Zug der Liebe 2015 (Foto: zugderliebe.org)
Zug der Liebe 2015 (Foto: zugderliebe.org)

Lang vor der Katastrophe von Duisburg war die Loveparade tot. Was als spaßige Demonstration für Friede, Freude, Eierkuchen begann und die elektronische Musik von den Underground-Clubs auf die Straße brachte, wurde schnell zu groß, zu kommerziell und schließlich an eine Fitnesskette verhökert. Mit dem ursprünglichen Gedanken hatte all das nichts mehr zu tun, es ging nur noch ums Geld. Die Folgen sind bekannt. 

Heute startet der "Zug der Liebe" zum zweiten Mal um 12:30 am Alexanderplatz und will Friede und Freude wieder auf die Straßen bringen, in einer Zeit, in der genau das fehlt. Zunächst gibt es eine gemeinsame Kundgebung mit "Berlin Nazifrei", dann startet der Zug der Liebe, entlang der Spree in Richtung Treptower Park. Die Demonstration endet im Club Magdalena und mündet dort in eine Party (mit Eintritt).

Der "Zug der Liebe" wurde als Reaktion auf die Pegida Demonstrationen im vergangenen Jahr gegründet und sieht sich klar als Gegenbewegung zu all den rechten Gruppierungen, die derzeit die Straßen bevölkern mit ihren rückwärtsgewandten Anliegen. Zwar knüpft man an die Tradition der Loveparade an, möchte aber ausdrücklich nicht eine neue Loveparade werden. 

Jeder der einen Wagen anmeldet muss vorher ein Statement abgeben, warum er beim "Zug der Liebe" dabei sein will, um sich klar als politische Demonstration zu positionieren. Produkt- und Marken-Werbung ist nicht erlaubt. Rund 15.000 Leute und 25 Wagen werden erwartet. Die große Abschlussparty steigt im Club Magdalena. 

Route Zug der Liebe 2016
Route Zug der Liebe 2016

Zug der Liebe

Kundgebung: 30. Juli 2016 12:30 Uhr am Alexanderplatz

Start des Zugs: 13:30 Uhr

Update: 

Die Berliner Morgenpost hat vor Ort gedreht und die Stimmung eingefangen. 

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