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Oasis: Biografie, Alben und die besten Songs

Oasis 1997 (Pressefoto Air Studios by Jill Furmanovsky)

Oasis waren in den 90ern Mitbegründer des Brit-Pop und am Gipfel ihrer Karriere eine der größten Rockbands der Welt. Jetzt sind sie nach langer Auszeit gemeinsam wieder auf der Bühne. Hier die atemberaubende Karriere der Gallagher-Brüder im Schnelldurchlauf.

Als Liam und Noel Gallagher am 4. Juli 2025 in Cardiff wieder gemeinsam die Bühne betraten, endete eine fast 16-jährige Pause von Oasis. In dieser Zeit hatten sich beide eigene Karrieren aufgebaut und ihren Streit öffentlich fortgesetzt, doch die Fans warteten eigentlich über die Jahre nur auf eines: ein gemeinsames Comeback als Oasis.

Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die Gallaghers, statt als Vorband für U2 zu touren (Noel) oder als bessere Oasis-Coverband (Liam) durch die Lande zu tingeln, wieder zum Hauptact werden sollten. Selbst wenn es ihnen dabei nicht nur um den Familienfrieden geht, auch Geld und Ruhm schweißt zusammen.

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Hier die Geschichte über den Aufstieg der beiden Gallagher-Brüder zu den Superstars der Britpop-Ära Anfang der 90er Jahre.

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Definitely Maybe (1994)

Noel Gallagher wurde am 29. Mai 1967 geboren, sein jüngerer Bruder Liam am 21. September 1972. Beide wuchsen mit ihrem älteren Bruder Paul in einer irischstämmigen Arbeiterfamilie in Manchester auf. Ihre Kindheit in Burnage war von der Gewalt des Vaters überschattet. Mutter Peggy verließ ihn mit den Kindern. Noel hat später wiederholt über diese Erfahrungen gesprochen. Die Herkunft der Brüder gehörte zur Geschichte von Oasis, lange bevor sie als Teil einer öffentlichen Arbeiterklassenidentität vermarktet wurde.

Manchester besaß damals eine lebendige Musikszene, die weit über die Stadt hinauswirkte. The Smiths hatten den britischen Gitarrenpop der achtziger Jahre geprägt. The Stone Roses und Happy Mondays verbanden anschließend Gitarrenmusik mit der Clubkultur. Noel lernte den Touralltag als Roadie und Gitarrentechniker der Inspiral Carpets kennen. Während er mit ihnen unterwegs war, schloss sich Liam einer lokalen Band an.

Diese Gruppe hieß zunächst The Rain. Zu ihr gehörten Gitarrist Paul „Bonehead“ Arthurs, Bassist Paul „Guigsy“ McGuigan und Schlagzeuger Tony McCarroll. Liam ersetzte den bisherigen Sänger Chris Hutton; die Band wurde in Oasis umbenannt. Noel kam 1991 hinzu und übernahm bald die musikalische Führung.


Er brachte eigene Songs und eine deutlichere Vorstellung davon mit, wie die Gruppe klingen sollte. Die Aufgabenteilung wurde damals schon zum Fundament: Noel schrieb, Liam gab den Liedern mit seiner Stimme und Bühnenpräsenz ihre unverwechselbare Gestalt.

Im Mai 1993 sah Alan McGee die Band im Glasgower Club King Tut’s Wah Wah Hut. Der Mitbegründer von Creation Records bot ihr einen Vertrag an. Das Label war bereits durch Künstler wie My Bloody Valentine, Primal Scream und Teenage Fanclub bekannt. Oasis fanden dort ein Umfeld, das Gitarrenmusik ernst nahm und zugleich den Weg zu einem größeren Publikum öffnen konnte. Im April 1994 erschien die erste Single „Supersonic“.

Das Debütalbum entstand allerdings unter Schwierigkeiten. Erste Aufnahmen in den Monnow Valley Studios brachten die Wucht der Band nach deren Einschätzung nicht ausreichend zur Geltung. Weitere Sessions fanden in den Sawmills Studios statt. Owen Morris spielte schließlich beim Mix eine entscheidende Rolle: Die fertige Platte übertrug den Druck der Liveband in einen dicht komprimierten Gitarrensound.

„Definitely Maybe“ erschien am 29. August 1994, stieg nach einigen TV-Auftritten direkt auf Platz eins der britischen Charts ein und wurde zum damals am schnellsten verkauften Debütalbum Großbritanniens. „Rock ’n’ Roll Star“, „Live Forever“, „Cigarettes & Alcohol“ und „Slide Away“ enthielten bereits wesentliche Elemente der Band: den Wunsch nach einem anderen Leben, große Melodien und eine Verbindung von Selbstbehauptung und Verletzlichkeit. Liams lang gezogene Silben verliehen selbst einfachen Textzeilen Nachdruck.

Die musikalischen Bezugspunkte waren hörbar. Oasis griffen auf die Beatles, die Sex Pistols, T. Rex und die Stone Roses zurück. Das Riff von „Cigarettes & Alcohol“ lehnt sich deutlich an „Get It On“ von T. Rex an. Ihre Eigenart entstand aus der Kombination dieser Vorbilder mit Noels Songwriting und Liams prägnantem Gesang. Für viele junge Menschen, deren Alltag wenig Aufstiegsmöglichkeiten versprach, boten diese Songs eine Sprache für Erwartungen, die größer waren als ihre unmittelbaren Lebensumstände.

(What’s the Story) Morning Glory? (1995)

1995 wurden Oasis zu zentralen Figuren des Britpop. Der Begriff bezeichnete keine einheitliche musikalische Schule. Er fasste eine Welle britischer Gitarrenbands zusammen, die sich unter anderem auf den Pop der sechziger Jahre, Glamrock und die heimische Independent-Tradition bezogen. Blur, Pulp, Suede und Supergrass gehörten mit unterschiedlichen musikalischen und gesellschaftlichen Perspektiven dazu.

Für jüngere Hörer ist dabei die damalige Medienlandschaft entscheidend: Musikzeitschriften, Radio, Fernsehen und die wöchentlichen Verkaufscharts bündelten Aufmerksamkeit auf wenige gemeinsame Ereignisse. Eine neue Single konnte zum Gesprächsthema weit über das eigene Publikum hinaus werden. Das zeigte sich im August 1995, als Blurs „Country House“ und „Roll With It“ von Oasis am selben Tag erschienen.

Die Presse inszenierte das Rennen als „Battle of Britpop“. Dazu gehörte eine vereinfachende Gegenüberstellung von südenglischer Kunstschulszene und nordenglischer Arbeiterklasse. Blur erreichten Platz eins, Oasis Platz zwei. Die medial aufgebauschte Konkurrenz zweier Singles wurde damit zu einer öffentlichen Debatte über Herkunft, Geschmack und britische Popkultur.

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Innerhalb von Oasis hatte sich bereits eine wichtige Veränderung vollzogen: Tony McCarroll musste die Band verlassen, Alan White übernahm das Schlagzeug. Auf „Some Might Say“, der ersten britischen Nummer-eins-Single der Gruppe, ist noch McCarroll zu hören. White spielte anschließend den Großteil des zweiten Albums ein.

„(What’s the Story) Morning Glory?“ erschien am 2. Oktober 1995. Noel erweiterte das Spektrum um stärker ausgearbeitete Balladen und mittelschnelle Songs. „Wonderwall“ setzte auf akustische Gitarre und ein markantes Streicherarrangement, „Don’t Look Back in Anger“ auf Klavier und einen von Noel gesungenen Refrain. „Champagne Supernova“ ließ das Album mit einer langen, psychedelisch gefärbten Aufnahme auslaufen. Owen Morris produzierte erneut gemeinsam mit Noel.

Ein Detail der Chartgeschichte widerspricht der späteren Wahrnehmung: „Wonderwall“ war bei seiner ursprünglichen Veröffentlichung in Großbritannien kein Nummer-eins-Hit, sondern erreichte Platz zwei. „Don’t Look Back in Anger“ gelang dagegen 1996 der Sprung an die Spitze. Beide Songs entwickelten eine Reichweite, die weit über die ursprüngliche Britpop-Szene hinausging und entwickelten sich zu Evergreens.

Der Aufstieg wurde am 10. und 11. August 1996 in Knebworth sichtbar. Insgesamt 250.000 Menschen besuchten die beiden Konzerte. Die Dimension dieser Auftritte erklärt, warum Knebworth für Oasis-Fans bis heute als Bezugspunkt dient: Eine Band, die wenige Jahre zuvor in kleinen Clubs gespielt hatte, konnte nun an zwei Abenden eine Viertelmillion Menschen versammeln.

Be Here Now (1997)

Als „Be Here Now“ am 21. August 1997 erschien, war die Erwartung an Oasis entsprechend hoch. Die Band hatte innerhalb weniger Jahre einen Bekanntheitsgrad erreicht, bei dem jede neue Veröffentlichung als kulturelles Ereignis behandelt wurde.

Der Verkauf bestätigte zunächst diese Stellung. Nach Angaben der Official Charts Company wurden innerhalb der ersten drei Verkaufstage rund 696.000 Exemplare abgesetzt. Ein schwacher Marktstart war das Problem dieses Albums also keineswegs. Die spätere Diskussion drehte sich um seine musikalische Überfrachtung.

Schon „D’You Know What I Mean?“ machte deutlich, wie stark sich die Maßstäbe verschoben hatten. Der Song nahm sich ausgiebig Zeit für sein Intro, Gitarrenspuren lagen übereinander, und mehrere Stücke überschritten die Sechs-Minuten-Grenze. „All Around the World“ dauerte rund neun Minuten. Die Produktion von Noel Gallagher und Owen Morris übersetzte den Größenanspruch der Band in einen nahezu pausenlos gefüllten Klangraum.

Noel äußerte sich später kritisch über die Länge und den Entstehungsprozess. Auch der Kokainkonsum im Umfeld der Aufnahmen wurde von Beteiligten offen thematisiert. Für die Wiederveröffentlichung 2016 überarbeitete er „D’You Know What I Mean?“ und gab bislang verdeckten Instrumenten mehr Raum. Der neue Mix ließ erkennen, wie stark die Wirkung eines Songs von den Entscheidungen bei Arrangement und Mischung abhängt.

„Stand by Me“ und „Don’t Go Away“ gehören ebenfalls zu dieser Platte. Ihre Präsenz erklärt, warum „Be Here Now“ innerhalb der Fangemeinde differenzierter gehört wird, als die Erzählung vom Ende des Britpop vermuten lässt. Das Album markierte einen Wendepunkt in der Wahrnehmung von Oasis: Der zuvor fast ungebrochene Aufstieg ging in eine Phase über, in der Größe und künstlerische Entwicklung stärker gegeneinander abgewogen wurden.

The Masterplan (1998)

Am 2. November 1998 erschien mit „The Masterplan“ eine Zusammenstellung von 14 zuvor veröffentlichten B-Seiten. Sie zählt nicht zu den sieben Studioalben, ist für das Verständnis der frühen Oasis aber wesentlich.

In der Zeit physischer Singles hatten B-Seiten eine andere Bedeutung als im heutigen Streamingalltag. Zusätzliche Songs machten den Kauf einer Single attraktiv und boten Bands Platz für Aufnahmen außerhalb ihrer regulären Alben. Bei Oasis landeten dort Lieder, die später zu festen Bestandteilen ihres Repertoires wurden.

„Acquiesce“ verband Liams Strophen mit einem von Noel gesungenen Refrain. „Talk Tonight“, „Half the World Away“ und der Titelsong zeigten die ruhigere Seite von Noels Songwriting. „The Masterplan“ machte dadurch auch die zweite Stimme der Band deutlicher hörbar. Noel war längst als Sänger präsent, während Liam weiterhin das öffentliche Bild von Oasis bestimmte. Die Zusammenstellung dokumentiert, wie viel Material in den ersten Jahren neben den eigentlichen Alben entstand.

Standing on the Shoulder of Giants (2000)

Vor dem vierten Studioalbum änderte sich die Besetzung grundlegend. Bonehead und Guigsy verließen Oasis 1999. Mit ihnen gingen zwei Mitglieder, die den Aufbau der Band und ihren frühen Sound mitgetragen hatten. Gitarrist Gem Archer, zuvor bei Heavy Stereo, und Andy Bell, bekannt als Gitarrist der Shoegaze-Band Ride, kamen hinzu. Bell übernahm bei Oasis den Bass.

Die Aufnahmen zu „Standing on the Shoulder of Giants“ waren zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Archer und Bell gehörten zur neuen Livebesetzung, hatten das Album aber noch nicht als reguläres Studioteam mitgestaltet.

Das am 28. Februar 2000 veröffentlichte Album entstand mit Produzent Mark „Spike“ Stent und erschien auf dem bandeigenen Label Big Brother Recordings. Es öffnete den Sound für Loops, Keyboards und psychedelische Strukturen. Das Instrumental „Fuckin’ in the Bushes“ wurde später zur Einlaufmusik ihrer Konzerte. „Go Let It Out“ blieb als Single vergleichsweise unmittelbar zugänglich; „Gas Panic!“ arbeitete mit einer bedrohlicheren Atmosphäre.

Mit „Little James“ enthielt ein Oasis-Studioalbum erstmals eine Komposition von Liam. Damit begann eine Entwicklung, die auf den folgenden Platten zunehmend Bedeutung bekam: Noel blieb der wichtigste Autor, doch das Songwriting verteilte sich auf mehrere Mitglieder. Auch dieses Album erreichte Platz eins in Großbritannien. Der Rückgang der Britpop-Aufmerksamkeit bedeutete für Oasis keinen Abschied vom Massenpublikum.

Heathen Chemistry (2002)

„Heathen Chemistry“, veröffentlicht am 1. Juli 2002, war das erste Oasis-Studioalbum mit Gem Archer und Andy Bell. Beide brachten eigene Kompositionen ein. Archer schrieb „Hung in a Bad Place“, Bell das kurze Instrumental „A Quick Peep“. Liam steuerte unter anderem „Songbird“ und „Born on a Different Cloud“ bei.

„Songbird“ war für seine Rolle innerhalb der Band besonders wichtig. Das kurze Liebeslied kam mit wenigen Mitteln aus und wurde 2003 als erste von Liam geschriebene Oasis-Single veröffentlicht. Der Sänger entwickelte damit ein eigenes Profil als Autor. Noel lieferte zugleich „The Hindu Times“, „Stop Crying Your Heart Out“ und „Little by Little“, das er auch selbst sang.

Musikalisch stellte das Album wieder stärker die vertrauten Gitarren und Songformen in den Vordergrund. Der Wechsel der Autoren brachte unterschiedliche Akzente hinein, ohne den Zusammenhalt der Platte aufzulösen. Oasis arbeiteten nun als eine Band, in der mehrere Mitglieder Material lieferten.

„Heathen Chemistry“ blieb das letzte Studioalbum mit Alan White. Sein Ausscheiden 2004 beendete eine Phase, die mit „Morning Glory“ begonnen hatte. Für die nächsten Aufnahmen kam Zak Starkey hinzu, der bereits durch seine Arbeit mit The Who bekannt war und als Sohn von Ringo Starr eine biografische Verbindung zu den Beatles mitbrachte.

Don’t Believe the Truth (2005)

Mit „Don’t Believe the Truth“ veröffentlichten Oasis am 30. Mai 2005 ihr sechstes Studioalbum. Dave Sardy gehörte zu den entscheidenden Produzenten des Projekts. Die Songs wirkten im Vergleich zu „Be Here Now“ kürzer und weniger dicht geschichtet; akustische Instrumente, Klavier und zusätzliche Perkussion erhielten mehr Platz. Zeitgenössische Besprechungen hoben diese Öffnung des Klangbilds hervor.

Auch die Verteilung der Kompositionen zeigte die veränderte Arbeitsweise. Andy Bell schrieb unter anderem den Opener „Turn Up the Sun“, Gem Archer „A Bell Will Ring“. Liam steuerte etwa „The Meaning of Soul“ und „Guess God Thinks I’m Abel“ bei. Noels Songs blieben für die öffentliche Wahrnehmung zentral: „Lyla“ und „The Importance of Being Idle“ wurden die prägenden Singles dieser Phase.

„The Importance of Being Idle“, von Noel gesungen, machte den Einfluss der Kinks besonders deutlich. Das abschließende „Let There Be Love“ führte dagegen beide Gallagher-Stimmen innerhalb eines Songs zusammen. Die Platte zeigt damit auch, wie Oasis ihre Rollen neu austarierten, während ihre bekanntesten Mitglieder öffentlich weiterhin häufig über Konflikte wahrgenommen wurden.

Dig Out Your Soul (2008)

„Dig Out Your Soul“ erschien am 6. Oktober 2008. Wieder produzierte Dave Sardy, aufgenommen wurde unter anderem in den Abbey Road Studios. Noel beschrieb die Suche nach einem stärker hypnotischen Sound. Die Platte rückte entsprechend Rhythmus und Wiederholung in den Vordergrund.

„Bag It Up“, „The Turning“ und „The Shock of the Lightning“ arbeiteten mit drängenden Grooves und psychedelischen Elementen. Liams „I’m Outta Time“ setzte einen ruhigeren Gegenpunkt. Noels „Falling Down“ zeigte eine Richtung, die sich später mit Teilen seiner Soloarbeit verbinden ließ. Auch Gem Archer und Andy Bell waren wieder als Autoren vertreten.

Zak Starkey spielte noch auf dem Album; auf der anschließenden Tour saß Chris Sharrock am Schlagzeug. Die Gruppe bestand damit längst aus Musikern, deren Zusammenarbeit über die frühe Britpop-Phase hinausgewachsen war. Das Ende kam während dieser Tour trotzdem abrupt.

Am 28. August 2009 sollten Oasis beim Festival Rock en Seine nahe Paris auftreten. Nach einer Auseinandersetzung hinter der Bühne wurde das Konzert kurzerhand abgesagt. Noel erklärte noch am selben Abend seinen Ausstieg und begründete ihn damit, mit Liam nicht weiter zusammenarbeiten zu können. Über Einzelheiten des Streits und vorausgegangene Konflikte veröffentlichten die Brüder später unterschiedliche Darstellungen. Gesichert ist die Konsequenz: Oasis stellten ihre gemeinsame Arbeit ein. „Dig Out Your Soul“ wurde ihr letztes Studioalbum vor der Trennung.

Time Flies… 1994–2009 (2010)

Die Singlesammlung „Time Flies… 1994–2009“ erschien 2010, als sich die Wege der Musiker bereits getrennt hatten. Sie bündelte die britischen A-Seiten und machte sichtbar, wie umfangreich das bekannte Repertoire neben den beiden meistdiskutierten Alben geworden war. Für neue Hörer bot sie einen Zugang zur gesamten ersten Bandphase.

Liam gründete mit Gem Archer, Andy Bell und Chris Sharrock Beady Eye. Die Gruppe veröffentlichte „Different Gear, Still Speeding“ 2011 und „BE“ 2013, bevor sie sich 2014 auflöste. Die personelle Kontinuität war groß, die neue Band musste ihre Identität jedoch ohne Noels Songs entwickeln.

Noel veröffentlichte 2011 das erste Album von Noel Gallagher’s High Flying Birds. Es folgten „Chasing Yesterday“ 2015, „Who Built the Moon?“ 2017 und „Council Skies“ 2023. Dabei bewegte er sich zeitweise stärker in Richtung elektronischer und tanzbarer Musik. Gem Archer und Chris Sharrock arbeiteten später ebenfalls in seiner Band. Die musikalischen Verbindungen innerhalb des früheren Oasis-Umfelds bestanden also weiter.

Liams Solokarriere begann 2017 mit „As You Were“. Es folgten „Why Me? Why Not.“ 2019 und „C’mon You Know“ 2022. Alle drei Studioalben erreichten Platz eins in Großbritannien. Er arbeitete dafür mit verschiedenen Songwritern und Produzenten zusammen, darunter Greg Kurstin und Andrew Wyatt. 2024 erschien außerdem das gemeinsame Album mit Stone-Roses-Gitarrist John Squire.

Die lange Trennung war damit musikalisch produktiv. Für eine Wiedervereinigung brauchten sich die Brüder wirtschaftlich und künstlerisch nicht gegenseitig, beide konnten große eigene Projekte tragen. Gleichzeitig blieb die gemeinsame Vergangenheit präsent. Liam spielte Oasis-Songs bei seinen Konzerten und widmete „Definitely Maybe“ 2024 eine Jubiläumstour. Noel führte die von ihm gesungenen Stücke ebenfalls weiter.

Öffentliche Beschimpfungen und widersprüchliche Aussagen über eine mögliche Rückkehr begleiteten diese Jahre. Aus ihnen ließ sich der tatsächliche Stand der privaten Beziehung kaum verlässlich ablesen. Auch die Gründe für die spätere Einigung sind nicht so vollständig öffentlich dokumentiert, dass eine einzelne Erklärung als gesichert gelten könnte.

Knebworth 1996 (2021) & Comeback 2025

Während die Brüder getrennte Wege gingen, wurde die Geschichte von Oasis neu aufbereitet. Der Dokumentarfilm und das Livealbum „Knebworth 1996“ erschienen zum 25. Jubiläum der Konzerte. Das Projekt machte die Auftritte auch für Menschen zugänglich, die sie nur aus Erzählungen kannten.

Am 27. August 2024 kündigten Oasis schließlich ihre Live-Rückkehr für 2025 an. Zu diesem Zeitpunkt waren seit Noels Ausstieg fast genau 15 Jahre vergangen. Zur Livebesetzung gehörten neben Liam und Noel auch Bonehead, Gem Archer und Andy Bell. Joey Waronker übernahm das Schlagzeug. Damit verband die Tour Musiker aus verschiedenen Phasen der Bandgeschichte.

Besonders die gleichzeitige Beteiligung von Bonehead und Archer veränderte die Gitarrenbesetzung: Zusammen mit Noel standen nun drei Gitarristen auf der Bühne. Archer erklärte später, dass Boneheads Rhythmusspiel als Grundlage dienen sollte, um die sich die anderen beiden arrangierten.

Die „Live ’25“-Tour führte durch Großbritannien und Irland sowie nach Nordamerika, Asien, Australien und Südamerika. Sie endete am 23. November 2025 in São Paulo. Im Mittelpunkt standen die vorhandenen Songs, darunter auch Stücke, die einst als B-Seiten erschienen waren.

Im Herbst 2026 ist die Rückkehr bereits über diese erste Tour hinausgewachsen. Auf ihrer offiziellen Website haben Oasis weitere Konzerte für 2027 unter dem Namen „Live ’27“ bestätigt. Damit ist nach den langen Jahren getrennter Karrieren erneut eine gemeinsame Zukunft vereinbart. Ob daraus auch neue Studioaufnahmen entstehen, ist eine eigene, weiterhin offene Frage.

10. Oasis – Songbird

Direkt ein historischer Song aus der Bandgeschichte von Oasis. „Songbird“ war die vierte Single von ihrem fünften Album „Heathen Chemistry“ und die erste, die vom Sänger Liam Gallagher geschrieben wurde.

9. Oasis – Stop Crying Your Heart Out

Auf „Heathen Chemistry“ kehrten Oasis 2002 nach den opulenten Produktionen ihrer Alben „Be Here Now“ und „Standing On The Shoulders Of Giants“ wieder mehr zum Rock-Sound ihrer Anfänge zurück. „Stop Crying Your Heart Out“ war die zweite Single der Platte.

8. Oasis – The Importance Of Being Idle

Die zweite Single vom vorletzten Oasis Album „Don’t Believe The Truth“ erklomm direkt nach ihrem Erscheinen die Spitze der britischen Singlecharts. Damit erzielten Oasis 2005 das erste Mal in ihrer Karriere zwei Nummer-1-Hits in einem Jahr. Gleichzeitig war „The Importance Of Being Idle“ der letzte Song der Band, der die Spitze der Charts erreichte, bevor sie sich 2009 auflöste.

7. Oasis – Magic Pie

Ein Paradebeispiel für die überwältigende und oft überambitionierte Produktion des dritten Oasis Albums „Be Here Now“, von dem Noel Gallagher selbst sagt, es sei das mit Abstand schlechteste Album der Band. Wenn auch mit einigen Perlen, wie man hier hört.

6. Oasis – Supersonic

Der Startschuss zum Aufstieg von Oasis zur zwischenzeitlich größten Rock-Band Englands. „Supersonic“ erschien im April 1994 als Debütsingle der Brit-Pop-Band und leitete den Erfolg ihres ersten Albums „Definitely Maybe“ ein.

5. Oasis – Champagne Supernova

Als letzer Song des zweiten Oasis Albums „(What’s the Story) Morning Glory?“ deutete „Champagne Supernova“ bereits an, dass die Gallagher Brüder vom Größenwahn eingenommen wurden, bevor mit „Be Here Now“ ihr vom Kokain getriebenes Epos-Album erschien. Fun Fact: 2003 wurde eine tatsächliche Supernova von Astronomen nach dem Song benannt.

4. Oasis – Live Forever

„Live Forever“ war die dritte Singleauskopplung von „Definitely Mabye“. Teile der Melodie lieh Noel Gallagher sich während des Songwritings von dem Rolling Stones Song „Shine a Light“ als er bemerkte, dass die Melodie zu einer Akkordfolge passte, an der er gerade arbeitete.

3. Oasis- The Masterplan

Oasis sind bekannt für unheimlich starke B-Seiten. Noel Gallagher sagte mal in einem Interview: „Wenn ich vom Label die Aufgabe bekomme, eine B-Seite zu schreiben, dann schreibe ich eine – egal wie der Song wird.“ Unter dem Titel „The Masterplan“ wurden 1998 alle bis dahin erschienenen B-Seiten auf einem Album veröffentlicht. Inklusive des Titelsongs.

2. Oasis – Some Might Say

Auch wenn Oasis nach ihrem Debüt „Definitely Maybe“ weltweit gefeiert wurden, konnten sie mit keiner Single des Albums einen Nummer-1-Hit in den Charts erzielen. Erst die erste Auskopplung aus dem Nachfolger „(What’s The Story) Morning Glory“ brachte sie an die Spitze der britischen Charts.

1. Oasis – Don’t Look Back In Anger

Nach einem Terroranschlag in Manchester während eines Ariana Grande Konzertes im Mai, stimmte eine Frau bei einer Gedenkveranstaltung den Oasis Song an, um den Blick der Gesellschaft wieder nach vorne zu richten und eine klare Botschaft der Zuversicht an die Täter zu senden. Im Anschluss spendete Noel Gallagher alle Einnahmen, die mit dem Song in den nächsten Wochen erzielt wurden, an die Familien der Opfer. 

Zugabe: Wonderwall

Zu abgenudelt, um es auf die Top 10-Liste zu packen, aber zu wichtig, um es einfach zu verschweigen: Wonderwall ist der mit Abstand erfolgreichste Song von Oasis und darf heute in keiner Karaoke-Bar fehlen. Zu finden auf „(What’s the Story) Morning Glory?“ ist „Wonderwall“ zugleich Pub-Hymne, seit der WM 2026 inoffizielle Fußball-Hymne der Three Lions und Liebes-Hymne, die jedoch von Noel Gallagher in einer düsteren Phase seines Lebens geschrieben wurde. Die Person, die einen daraus rettet, ist dann diese mysteriöse Wonderwall, der einer der schönsten Zeilen im Pop gewidmet wurde:

„Because maybe
You’re gonna be the one that saves me
And after all
You’re my wonderwall“